Zeitung Heute : 32 Prozent mehr Honorar: Berlins Ärzte Gewinner der Reform

Berlin - Die niedergelassenen Ärzte in Berlin profitieren bundesweit am stärksten von der Honorarreform. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) vom Montag stiegen ihre Honorare im ersten Quartal 2009 um 32,2 Prozent. Insgesamt flossen 97 Millionen Euro mehr in die Praxen der Bundeshauptstadt als noch vor einem Jahr. Verlierer der Reform sind die Mediziner in Baden-Württemberg, die ein Minus von 0,7 Prozent hinnehmen mussten. In Brandenburg lag das Plus bei 8,9 Prozent.

Bevor die Zahlen bekannt waren, hatten Mediziner heftig gegen die Reform protestiert, weil diese ihnen angeblich Honorareinbußen von bis zu 40 Prozent bescheren würde. Nach den bisherigen Zahlen kommen sie jedoch bundesweit auf ein Plus von 7,8 Prozent. Zwei Drittel aller Ärzte erhalten teils deutlich mehr Geld. Kardiologen und Nervenärzte verbuchten die höchsten Zugewinne. Von geringfügigen Einbußen sind allein die Orthopäden betroffen, allerdings auch nicht in allen Regionen.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) nannte die Proteste „völlig unangemessen“. Sie erwarte, dass man die „unberechtigten“ Aktionen nun einstelle – und „dass mit der erheblich verbesserten Honorierung eine Bevorzugung von Privatpatienten aufhört“. Auch die Kassen forderten ein Ende der „Panikmache“. raw

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