Zeitung Heute : 34, 33, 32

Der Tagesspiegel

Von Michael Rosentritt und Klaus Rocca

Berlin. Durch den großen Saal des ICC schwirrten Montagabend allerhand Zahlen. Zahlen, mit vielen Stellen vor dem Komma. Irgendwann fiel die Zahl 57 900 000,00. In Euro entspricht dies dem Umsatz, den der Fußball-Bundesligist Hertha BSC für die fast abgelaufende Spielzeit erwartet. Ein andere Zahl, die auf der Mitgliederersammlung des Vereins genannt wurde, war die: 27 600 000,00 Euro. Soviel kostet das momentan beschäftigte Personal. Nicht gerade beruhigend in Zeiten der Kirch-Krise. Weshalb Dieter Hoeneß das Wort ergriff. Das Beste an der Krise sei, dass sie regulierend auf die Gehälter wirken werde. „Es wird nicht mehr der Schwanz mit dem Hund wedeln.“

Zu vorgerückter Versammlungsstunde verkündete Herthas Manager den Mitgliedern auch noch Zukunftsträchtiges. Die Spieler Michael Preetz, Eyjölfur Sverrisson und Rob Maas werden auch in der nächsten Saison für Hertha spielen. Er hätte auch die Zahlen 34, 33 und 32 nennen können, denn die entsprechen dem Alter dieser drei Profis. Unterschrieben ist bisher noch nichts. Was aber nichts damit zu tun hatte, dass Hoeneß die weitere Zusammenarbeit mit ihnen bekannt gab, als die Betroffenen den Saal schon verlassen hatten.

Schon in der Winterpause hatte Hertha Rob Maas den Verlängerungsvertrag vorgelegt. Aus dem damals besprochenen neuen Zweijahresertrag ist mittlerweile ein Einjahresvertrag geworden. Zwar einer mit Option, doch nur wenn Maas in der nächsten Saison mindestens 25 Spiele bestreitet, verlängert sich der Vertrag automatisch. Dass der zuletzt nur als Reservist eingesetzte Maas über diese Lösung nicht glücklich ist, daraus macht er kein Hehl. Seine ganze Hoffnung gilt nun Huub Stevens, seinem alten und auch bald neuen Trainer.

Der 33-jährige isländische Abwehrspieler Eyjölfur Sverrisson wird seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag ebenso um ein Jahr verlängern wie der ein Jahr ältere Mittelstürmer und Kapitän Michael Preetz. Der Torjäger bestätigte Einigkeit in einem Punkt. „Beide Seiten möchten, dass ich noch ein weiteres Jahr spiele. Einigkeit über einen neuen Vertrag muss aber noch erzielt werden.“

Preetz hatte sich um den Jahreswechsel Bedenkzeit bis März erbeten, ein klärendes Gesrpäch mit dem kommenden Trainer Huub Stevens sowie einen klaren Standpunkt des Vereins. In den vergangenen Wochen sei einiges passiert, was dem Spieler (sechs Treffer) und dem Verein (acht Siege in zehn Spielen) half. „Die Mannschaft spielt erfolgreich, und ich treffe das Tor“, sagt Preetz. Im gegenteiligen Fall wäre Preetz aus dem Strafraum hinter einem Schreibtisch im Management des Vereins gedribbelt. Ein Anschlussvertrag über drei Jahre liegt im Schubfach. „Mit Michael stehen jetzt noch ein, zwei Gespräche aus“, sagt Hoeneß. „Wir werden ihm ein gutes Angebot machen, weil wir ihn halten wollen. Und er wird, weil er weitermachen will, vernünftige Vorstellungen haben.“

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!