50 JAHRE SICHERHEITSKONFERENZ : Großväter der Sicherheitspolitik

Einige leben noch, die bei der ersten der 50 Münchener Konferenzen dabei waren: Henry Kissinger war damals Dozent in Harvard,

Helmut Schmidt Senator in Hamburg. Zusammen mit Frankreichs Expräsident Valéry Giscard d’Estaing und Egon Bahr, Vordenker der Entspannungspolitik, brachten sie 364 Jahre Erfahrung in das Gespräch über Sicherheitspolitik gestern, heute und morgen. Ihre Gedankenbögen führten weit über aktuelle Themen hinaus. Für Schmidt, der auch hier Kette rauchte, gehen die Risiken der Zukunft vom Wachstum der Städte aus. Viele müssten erst lernen, zwischen Polizei- und Militäraufgaben zu unterscheiden. Kissinger verlegte sich darauf, Egon Bahrs eigenwillige Erinnerungen an die Motive von Raketennachrüstung und Abrüstung zu korrigieren. Giscard spottete über Spionage: die habe es immer gegeben, nur widmete sie sich früher der militärischen Aufklärung und heute dem Privatleben. Ein Konsens verband sie: Die Nato werde es noch in 50 Jahren geben, sie sei unumstritten. Bei der EU sei das nicht so sicher. Ihre jugendlichen Mitdiskutanten, Polens Außenminister

Radek Sikorski und der britische Ex-Außenminister David Miliband sorgen sich derweil, dass Europa zu wenig tue, um als globaler Akteur der Sicherheitspolitik ernst genommen zu werden. cvm

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