Zeitung Heute : 6,3 Prozent mehr Geld für Staatsdiener Tarifvertrag soll über zwei Jahre laufen

Berlin - In den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat es in der Nacht zum Samstag einen Durchbruch gegeben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa einigten sich die Verhandlungsführer auf 6,3 Prozent in einem Zeitraum von zwei Jahren. Die erste Erhöhung von 3,5 Prozent soll rückwirkend zum 1. März 2012 erfolgen. Weitere Raten von jeweils 1,4 Prozent folgen dann im Januar und im August 2013.

Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, hatte am späten Freitagabend lediglich gesagt, die Einigung werde den Tarifkommissionen der Gewerkschaften vorgestellt. Ob es eine Tarifeinigung gebe, hänge vom deren Votum ab. Bis zum Redaktionsschluss des Tagesspiegels waren diese Beratungen noch nicht beendet. Bsirske wollte zu den Inhalten der Tarifeinigung der Verhandlungsspitzen von Bund und Kommunen mit den Gewerkschaften zunächst keine Details nennen. Die Gewerkschaften hatten 6,5 Prozent, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr für eine Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Bund und Kommunen boten während einer zweijährigen Laufzeit abgestuft zunächst 3,3 Prozent ohne Sockelbetrag für die unteren Einkommensgruppen. Die Einigung in der dritten Tarifrunde erfolgte nach rund 40 Verhandlungsstunden.

Städte und Gemeinden kämpfen besonders in strukturschwachen Regionen wie dem Ruhrgebiet mit hohen Schulden und Sozialausgaben. Sie beziffern die Lohnkosten für jeden Prozentpunkt mehr auf über 700 Millionen Euro. Seit Anfang März hatten die Gewerkschaften Hunderttausende zu Warnstreiks mobilisiert. In wechselnden Bundesländern waren tageweise Kitas geschlossen, Busse und Bahnen in den Depots geblieben. Der zeitweise Ausstand an vielen deutschen Flughäfen am Dienstag mit hunderten Flugausfällen, hatte den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Tsp

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