Zeitung Heute : 600 Soldaten zusätzlich für Afghanistan

Steinmeier ernennt Sonderbeauftragten

Brüssel/Berlin - Deutschland stockt seine Militärpräsenz in Afghanistan um 600 Soldaten auf, um die für August geplante Präsidentenwahl abzusichern. Nach Angaben von Nato-Diplomaten vom Montag in Brüssel ist dies Teil einer vorübergehenden Verstärkung der Afghanistanschutztruppe Isaf durch sämtliche Nato-Staaten. Die Isaf muss nach Ansicht der Nato-Führung wegen der Wahl in den fünf Regionen des Landes um jeweils ein Bataillon – insgesamt mindestens 3000 Soldaten – verstärkt werden.

Die zusätzlichen 600 deutschen Soldaten sollen unter anderem die bisher 200 Mann starke Schnelle Eingreiftruppe (Quick Reaction Force/QRF) der Bundeswehr in Nordafghanistan verstärken. Auch eine Verstärkung der zivil-militärischen Zusammenarbeit und der medizinischen Versorgung sei geplant. Sofern es bei dem Wahltermin bleibt, rechnen Nato-Militärs mit der Entsendung der zusätzlichen deutschen Soldaten Mitte Juli. Sie sollen dann drei bis vier Monate in Afghanistan bleiben, weil auch mit einer Stichwahl gerechnet werden müsse. Am Donnerstag kommen die Nato-Verteidigungsminister in Krakau zu einem Gipfeltreffen zusammen. Diplomaten erwarteten, dass Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die deutschen Pläne dann vorstellen wird. Die Gesamtzahl der Bundeswehr-Soldaten erhöht sich damit zeitweilig auf rund 4100. Das Mandat des Bundestags lässt die Entsendung von höchstens 4500 Soldaten zu.

Unterdessen berief Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) den Diplomaten Bernd Mützelburg zum Sonderbeauftragten für Afghanistan und Pakistan. Die Berufung des ehemaligen Chefberaters von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte im Kanzleramt und verschiedenen Ministerien zwischenzeitlich für Unmut gesorgt; die USA äußerten sich erfreut über die Personalie. dpa/SB

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