Zeitung Heute : 74 Tage Blutvergießen

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Die Falklandinseln liegen 11 000 Kilometer von England entfernt im Südatlantik. Sie bestehen aus etwa 200 Inseln , deren wichtigste Westfalkland und Ostfalkland sind. Wegen ihres rauen Klimas waren sie unbewohnt, als sie 1690 erstmals von dem britischen Seemann John Strong betreten wurden. Er benannte sie nach dem britischen Offizier Viscount Falkland. Besiedelt wurden die Inseln erst ab 1764 – unter französischer Herrschaft. Die Kolonie wurde schon 1766 an Spanien übergeben. Seither gibt es um die Inseln Territorialstreitigkeiten . Erst zwischen England und Spanien, dann zwischen Großbritannien und Argentinien. Das Königreich behauptete seine Ansprüche, indem es dort 1833 einen Flottenstützpunkt errichtete.

Knapp 150 Jahre später kam es zum Krieg, der die Briten 2,5 Milliarden Pfund kostete und bei dem mehr als 900 Menschen sterben , 258 auf britischer, 649 auf argentinischer Seite.

Eine Chronologie:

2. April 1982 : Rund 5000 argentinische Soldaten landen auf den Falklandinseln und besetzen die Hauptstadt Port Stanley. Nach kurzem Kampf kapituliert die kleine britische Streitmacht von nur etwa 80 Mann.

3. April : Der UN-Sicherheitsrat fordert den sofortigen Abzug Argentiniens.

5. April : Premierministerin Margaret Thatcher setzt eine Flotte von zunächst 36 Kriegsschiffen mit 5000 Mann in Marsch.

8. April : Die USA versuchen bis Ende April politisch zu vermitteln, scheitern aber wie auch die Vereinten Nationen.

25. April : Die ebenfalls von Argentinien besetzte Inselgruppe Südgeorgien wird zurückerobert.

1. Mai : Der erste militärische Schlag gegen die Besatzungstruppen auf den Inseln ist ein Bombenangriff auf den Flughafen von Port Stanley.

2. Mai : Der argentinische Kreuzer „General Belgrano“ wird versenkt, 323 Besatzungsmitglieder sterben.

4. Mai : Als erstes von fünf britischen Schiffen wird der Zerstörer „HMS Sheffield“ von einer Rakete getroffen und sinkt sechs Tage später. Weitere fünf Schiffe werden in dem Krieg beschädigt.

28. Mai : Britische Fallschirmjäger erobern die Siedlung Goose Green sowie Port Darwin und zwei weitere Ortschaften.

8. Juni : Britische Landungsschiffe werden bombardiert – 51 Tote.

11. Juni : Kämpfe um Port Stanley.

14. Juni : Der argentinische General Mario Menendez unterzeichnet 74 Tage nach der Invasion die Kapitulationsurkunde um 21 Uhr Ortszeit.

Als Konsequenz aus dem Krieg wurde die Militärpräsenz deutlich erweitert. Zu den rund 2400 zivilen Bewohnern der Falklandinseln kommen 1700 Soldaten .

Die Südamerikaner erneuern bis heute jedes Jahr am 2. April ihren Anspruch auf die Inseln. Die Engländer dagegen feiern mit viel Tamtam die siegreiche Verteidigung ihrer Kronkolonie . Der Konflikt schwelt also weiter. dpa/Tsp

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