8. FESTIVAL DER NEUEN MUSIK „Intersonanzen“ : Klangtänze zum Wolfsgeheul

Antje Horn-Conrad

Wenn Alex Nowitz (Foto) ein Konzert komponiert, dann ist nicht unbedingt mit der herkömmlichen Frontalpräsentation vom Orchesterpodium zu rechnen. In seiner Performance „Wolfsgeheul“, die er bei den diesjährigen „Intersonanzen“, dem Brandenburgischen Festival der Neuen Musik, auf die Experimentierbühne der Potsdamer Fabrik bringt, verbinden sich Stimmen, Instrumentalmusik und Elektronik zu einem mobilen Klangkörper.

Vier Musiker bewegen sich frei im Raum, nehmen wechselnde Positionen ein und bilden Inseln, zwischen denen Tänzer umherstreifen, um die Musik auf ihre Weise zu interpretieren. Interaktives Lichtdesign setzt das Ganze in Szene. Dazu wird gesprochene Sprache literarischer Texte von William Shakespeare bis Ralph Hammerthaler lautmalerisch in ihre Einzelteile zerlegt. Nowitz selbst mutiert zum Klangtänzer, der mit kabellosen, auf Bewegungssensoren basierenden Fernbedienungen elektronische Musik erzeugt. Seine genreverbindende Performance scheint dem Festival sein Motto aufgestempelt zu haben: „Zwischen den Kulturen, zwischen System und Chaos, zwischen Bewegung und Stillstand“ heißt es in diesem Jahr und zieht sich durch das gesamte Programm bis hin zum Jugendmusikprojekt „Zeitfenster“ mit Kleinmachnower Instrumentalschülern, ihren Lehrern und Potsdamer Musikstudenten. Bei der Aufführung im Theater des Treffpunkt Freizeit stehen die Akteure im Raum verteilt: vor, hinter und zwischen dem Publikum. Die Koordination der elf um das Thema Zeit kreisenden Stücke übernimmt kein Dirigent, sondern eine Uhr.Antje Horn-Conrad

Fabrik, Altes Rathaus, Treffpunkt Freizeit, Fr 8.2. bis So 10.2., www.neue-musik-brandenburg.de

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