Zeitung Heute : Ab 18. Oktober soll mit vertieften und neuen Angeboten eine neue Ära eingeleitet werden

Farbiges Layout, stärkere Konzentration auf neue Themen wie Internet, E-Commerce und neue Technologien, eine personalisierte Berichterstattung und pointiertere Kommentierungen auf zusätzlichen Meinungsseiten. Am 18. Oktober will das seit 1946 erscheinende "Handelsblatt" eine neue Ära einläuten. "Keine Midlife-Crises", wie Chefredakteur Rainer Nahrendorf in Düsseldorf vor dem Hintergrund der sich formierenden Konkurrenz auf dem Markt der Wirtschaftspresse formuliert, "eher ein zweiter Frühling". Der "Relaunch", wie der Umbau in der Zeitungsbranche genannt wird, wird mit einem Marketingaufwand im zweistelligen Millionenbereich unterstützt. Das "Handelsblatt" kooperiert mit dem "Tagesspiegel".

Die Weiterentwicklung der Schwerpunktthemen im "Handelsblatt" ist zwangsläufiges Ergebnis des Wandels der Weltwirtschaft, der geprägt ist von Globalisierung und dem Aufbruch in das Internet-Zeitalter. Zugleich spiegelt es einen Wandel in der Management-Szene und damit der Struktur der Leserschaft des "Handelsblatts" wider, wie sie die jüngste Medienanalyse (MA) abbildet: Der typische "Handelsblatt"-Konsument ist 42,6 Jahre alt, international tätig, technologieorientiert und innovationsfreudig. 40 Prozent der Leser sind laut MA unter 40 Jahre alt, womit das "Handelsblatt" für sich die jüngste Leserschaft unter den überregionalen Tageszeitungen reklamiert.

Diese Zielgruppe haben längst auch andere entdeckt. Anfang nächsten Jahres will der Verlag Gruner+Jahr zusammen mit der britischen Pearson Gruppe eine deutsche Ausgabe der "Financial Times" herausgeben. Burda wird sein Nachrichtenmagazin "Focus" um ein eigenständiges Wirtschaftsmagazin ergänzen, die Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße will Ende Januar die 14-tägige Wirtschaftszeitung "Net Business" starten.

"Die Wirtschaftspresse wird im kommenden Jahr das attraktivste Segment im Medienbereich sein", ist sich "Handelsblatt"-Geschäftsführer Heinz-Werner Nienstedt sicher. Er weiß, was es zu verteidigen gilt: Das "Handelsblatt" mit einer Verkaufsauflage von rund 150 000 Exemplaren hat im ersten Halbjahr rund 107,6 Millionen DM an Anzeigenumsatz generiert, im ersten Halbjahr 1998 waren es noch 85,8 Millionen DM. Nienstedt bestätigte, dass die Verlagsgruppe Handelsblatt auf die Magazin-Neugründungen mit einem eigenen Anlegermagazin unter dem Arbeitstitel "New York, New York" reagieren werde. Die Vorbereitungen seien "sehr konkret", Starttermin sei "früh" im kommenden Jahr. pos

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar