Zeitung Heute : ABENTEUERFILM

Krieg der Knöpfe.

Michael Pöppl

Einen Kinoklassiker wie „Krieg der Knöpfe“ neu zu verfilmen, das ist ein heikles Unterfangen. Man erinnert sich an die liebevolle Verfilmung von Yves Robert von 1962, in der sich zwei Kinderbanden aus Nachbardörfern wilde Schlachten liefern und als Kriegsbeute gegenseitig die Hosenknöpfe abschneiden. Regisseur Christophe Barratier gehört zu jenen, die mit dem Originalfilm aufgewachsen sind. Die verfeindeten Dörfer wurden von ihm in das Südfrankreich des Vichy-Regimes versetzt. Während die Rotzlöffel Knopfkriege planen, kämpfen die Erwachsenen in der Résistance gegen Nazi-Kollaborateure. Der historische Bezug gibt der Geschichte durchaus Schwung. Die Frauen im Film, die im Sechziger-Jahre-Streifen nur fürs Kochen und Knöpfe-wieder-Annähen zuständig waren, haben erheblich an Selbstbewusstsein gewonnen. Gut. Michael Pöppl

F 2011, 100 Min., R. Christophe Barratier, D: Laetitia Casta, Guillaume Canet

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