Zeitung Heute : Abwehrkräfte stärken

Pilzbefall beim Buchsbaum lässt sich bekämpfen

Der Buchsbaum ist für den Garten das, was die Jeans für das modische Outfit ist: so gut wie unverzichtbar. Fast in jedem Garten wächst er. Doch braun werdende Blätter und absterbende Triebe bereiten Gartenbesitzern zunehmend Sorgen.

Was steckt dahinter? Was lässt sich dagegen tun? Gibt es Sorten, die davon nicht befallen werden? Cylindrocladium buxicola lautet der wissenschaftliche Name der Krankheit, die von einem Pilz hervorgerufen wird. Charakteristisch ist die rasche Entwicklung der Erkrankung. Der Wind verbreitet die Pilzsporen. Nach dem heutigen Erkenntnisstand dringen die Pilze über die Blätter in die Pflanzen ein. Innerhalb von zwei bis drei Tagen werden die Blätter welk und fallen ab. Später zeigen sich an den Trieben dunkelbraune bis fast schwarze Verfärbungen. Außerdem erscheint auf den Blattunterseiten ein weißer Sporenbelag.

Warm-feuchte Witterung fördert die Ausbreitung des Pilzes. Bei winterlicher Kühle stagniert sein Wachstum, bei Temperaturen über 30 Grad Celsius stirbt er ab. Als Infektionsquellen bleiben dann aber die Sporen zurück, die drei bis vier, eventuell sogar bis zu zehn Jahre im Boden überdauern können. Wichtig ist es, alle befallenen Blätter so schnell wie möglich zu entfernen und die oberste Bodenschicht abzuheben, um die Dauersporen des Pilzes zu entfernen. Infizierte Erde und Pflanzenteile gehören in die Mülltonne. Im Notfall sollten Fungizide eingesetzt werden – beispielsweise mit dem systemischen Wirkstoff Azoxystrobin oder dem organischen Mancozeb.

Auch wenn die befallenen Pflanzen erst einmal traurig aussehen, schlagen sie meist willig wieder aus, tröstet Volker Atrops von der gleichnamigen Buchsbaumschule aus Rheurdt am Niederrhein Hobbygärtner. „Wichtig ist es, die Re-Infektion zu verhindern.“ Atrops setzt dabei vor allem auf die Stärkung der Abwehrkräfte. Um das Immunsystem zu stärken, rät der Experte besonders auf die Erde zu achten. Denn Buchsbaum gilt beispielsweise als wenig anspruchsvoll in Bezug auf den Boden. Daher wird er häufig in Torf- und Rindensubstrate gesetzt. Ihr pH-Wert ist dem Gehölz aber viel zu niedrig, denn er liegt oft nur bei 5 oder gar 4,5. Buchsbaum braucht kalkhaltige Böden mit einem pH-Wert zwischen 7,5 und 8. Kräftige Gaben von Algenkalk heben die Bodenreaktion an und stärken die Pflanze. Außerdem tut Gesteinsmehl dem Buchs gut, das als fein verteilter Puder vorbeugend gegeben oder bei akutem Befall über die Pflanze gestäubt werden kann.

Dienen Buchsbaumhecken als Begrenzung zwischen Beet und Weg, leiden sie praktisch immer unter verdichtetem Boden. Gründliches Lockern, damit die Wurzeln Luft bekommen und keine Staunässe entsteht, ist dann dringendes Gebot. Außerdem mahnt Atrop zu Vorsicht bei mineralischer Düngung. Zwar treiben Buchsbäume, die mit reichlich Blaukorn gedüngt wurden, kräftig aus. In Wahrheit sind sie jedoch „hochgepusht“ und besitzen weiche, anfällige Triebe. Langsam fließender organischer Dünger wie Hornspäne lässt die Pflanze gemächlicher wachsen und besser ausreifen.

Doch nicht alle Buchsbaum-Sorten sind gleich anfällig. Sorge bereiten hinsichtlich einer Pilzerkrankung vor allem sehr dicht wachsende Sorten wie Buxus sempervirens ,Suffruticosa‘, durch die kaum noch Wind hindurchgeht. Nach Regen und Gießen mit dem Sprenger trocknen sie innen nur schwer ab. Der gewöhnliche Buchsbaum, Buxus sempervirens ,Arborescens‘, ist dagegen robust und erkrankt nur selten. Noch widerstandsfähiger sind die hellgrüne, breit und nestartig wachsende Sorte ,Herrenhausen‘ und der blaugrüne ,Blauer Heinz‘ . Sie zeigen nur selten Symptome und sollten bei Neupflanzungen erste Wahl sein. dpa/Tsp

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