ACTION-ABENTEUER„Prince of Persia – Sand der Zeit“ : Spring oder stirb

Foto: Walt Disney
Foto: Walt Disney

Eins, zwei, drei – hopp. Dastan hüpft über die Dächer wie ein Gummiball. Er läuft Wände hoch und springt auch einfach mal in einen Abgrund, ohne zu wissen, wo er landen wird. Erfüllt vom Glauben an seine Muskelkraft und getrieben von einem jungshaften Mut überwindet er jedes Hindernis. Er wirkt wie ein antiker persischer Cousin der Jungs, die in den Pariser Vorstädten die Sportart Parkour erfunden haben.

Jake Gyllenhaal (Foto) hat für die Rolle des Dastan, Prinz von Persien, mächtig trainiert – und der Aufwand zahlt sich aus. Seine Kampf-, Kletter- und Verfolgungsszenen sind die Höhepunkte dieses Spektakels, das auf einem Videospiel von 1989 beruht. Auch die Kulisse des Persiens im sechsten Jahrhundert hat mit ihren leuchtenden Gelb- und Rottönen viele Schauwerte.

Der Beginn des von Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“, „Donnie Brasco“) inszenierten Abenteuers ist schwungvoll. Nach der kurzen Anekdote, die zeigt, wie der Straßenjunge Dastan zum Adoptivsohn des persischen Königs wurde, stürzt dieser sich Jahre später an der Seite seiner beiden Brüder in die Eroberungsschlacht um die heilige Stadt Alamut. Dort werden angeblich Waffen gegen den König geschmiedet, doch die Lager bleiben unauffindbar – eine hübsche Analogie zum zweiten US-Golfkrieg. Auch im „Prince of Persia“ geht es eigentlich um etwas anderes als die angeblichen Waffen: Die Prinzessin von Alamut ist Hüterin eines magischen Dolchs, mit dessen Hilfe man die Zeit zurückdrehen kann. Dastan erobert ihn fast zufällig im Kampf – und ist bald darauf zusammen mit Prinzessin Tamina auf der Flucht.

Leider verliert der actiongeladene Film, der streckenweise wie eine Mischung aus „Königreich der Himmel“, „Die Mumie“ und den „Geschichten aus 1001 Nacht“ wirkt, ab der Mitte stark an Schwung. Das liegt auch daran, dass die romantische Seite der Story nicht recht zündet. Die Kabbeleien zwischen Dastan und Tamira (Gemma Arterton) sind pubertär und kein bisschen witzig. Vor dem mehrfach hinausgezögerten ersten Kuss der beiden kommt keinerlei Knistern zwischen den Figuren auf.

Ein Lichtblick ist der von Alfred Molina verkörperte Scheich Amar, der sich selbst als „dezent unehrenhaften Unternehmergeist“ bezeichnet und eine große Liebe für Straußenrennen hat. Er sorgt für einige Lacher, während sich der Rest des Personals in heiligem Ernst übt. Durchwachsen. Nadine Lange

„Prince of Persia“, USA 2010, 116 Min., R: Mike Newell, D: Jake Gyllenhaal, Gemma Arterton, Ben Kingsley, Alfred Molina

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