Zeitung Heute : ACTIONTHRILLER

Viva Riva.

Michael Meyns

Von den wenigen afrikanischen Filmen, die es in die deutschen Kinos schaffen, wird in erster Linie Sozialkritik verlangt: Armut und Korruption sollen angeprangert, traditionelle Werte beschworen werden. „Viva Riva!“ zeigt ein anderes Afrika: Es ist bunt, voller Sex und Gewalt, der Lust an Geld, schnellen Autos, schönen Frauen. Der kongolesische Regisseur Djo Munga erzählt eine klassische Exploitation-Geschichte: Riva kehrt nach Jahren im benachbarten Angola mit einem Plan in seine Heimat Kinshasa, die Hauptstadt des Kongo, zurück. Er will Öl schmuggeln, was den Paten der Unterwelt gar nicht passt. All das filmt Munga in schnellen, farbdurchsättigten Bildern, zeigt Sex und Schießereien in den Slums Kinshasas – und doch: Neben all den unterhaltsamen Genreelementen kann man „Viva Riva!“ etwas Sozialkritik nicht absprechen. Gut.Michael Meyns

Kongo/F/B 2010, 97 Min.,

R: Djo Munga, D: Patsha Bay Mukuna, Manie Malone

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