Zeitung Heute : Ärzte und Apotheker jetzt auch für Teilnehmer des zweiten Bildungsweges

Arzt oder Apotheker kann man nunmehr auch ohne klassisches Schul-Abitur werden. Damit soll vor allem qualifizierten Krankenschwestern, Pflegern oder anderen Fachkräften der Zugang zu medizinischen Berufen eröffnet werden. Der Bundesrat billigte am Freitag entsprechende Änderungen der Approbationsordnungen für Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker.

Künftig reicht für die Ausübung dieser Berufe auch eine nachträglich erworbene Hochschulzulassung und der erfolgreiche Studienabschluss. Bisher war Teilnehmern des sogenannten zweiten Bildungsweges der Zugang zum Arzt- oder Apothekerberuf versperrt, wenngleich sie in einigen Bundesländern bereits zum Studium zugelassen worden waren.

Vorausgegangen war ein jahrelanges Tauziehen um die Öffnung der Berufe. Vor allem die Standesverbände der Ärzte waren dagegen Sturm gelaufen. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, mit der Änderung werde die Gleichwertigkeit von klassischer Schulbildung und beruflicher Bildung dokumentiert. Wer sich im Beruf bewährt habe, müsse auch Möglichkeiten der Weiterqualifizierung haben. Bayerns Kultusminister Hans Zehetmair (CSU) sprach dagegen von einer falschen Entscheidung. Sie führe zu einem Qualitäts- und Niveauverlust.

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