Zeitung Heute : Affen kauen gegen den Schmerz

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Schimpansen sind die geborenen Medizinmänner unter den Tieren. In Tansania wurden sie dabei beobachtet, wie sie das Mark in den Ästen des giftigen Veronia-Busches auskauten. Die Pflanze, die bei den Einheimischen auch als „Ziegentöter" bekannt ist, enthält Terpene, die bei stärkerer Dosierung sogar ausgewachsene Säugetiere umbringen können. Schimpansen indes vermögen mittels wohl dosierter Veronia-Einnahme akuten Wurmbefall zu kurieren, ohne an den giftigen Inhaltsstoffen einzugehen. So stellte der Biologe Michael Huffman in einer jüngst publizierten Studie fest, dass die Zahl der Wurmeier - und damit der Befall durch Darmparasiten - deutlich sank, nachdem die Schimpansen jene Pflanzen mit dem Antiwurmwirkstoff gefuttert hatten.

Auch Gorillas bedienen sich pflanzlicher Stoffe, wenn es ihnen schlecht geht. So wurden Berggorillas beobachtet, die mit zerkauter Baumrinde einer Salmonelleninfektion begegneten. Bereits zuvor wusste man von Gorillas, dass sie spezielle Pflanzen zerkauen, um sich den mit Speichel vermischten Sud zwecks Linderung und beschleunigter Heilung auf ihre Wunden zu träufeln. Ebenso wurden Gibbons beobachtet, die Verletzungen mit dem zerkauten Pflanzenbrei eines Gewächses behandelten, das auch der lokalen menschlichen Bevölkerung als Arzneipflanze dient.

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