AFGHANISCHE ZIVILGESELLSCHAFT : Übergang statt Übergabe

Sie wissen um die Unzulänglichkeiten in ihrem Land, aber sie sind stolz auf das Erreichte. Doch sie fürchten, sie könnten „alles verlieren“, wenn die Zeit nach dem Abzug der internationalen Truppen nicht jetzt gut geplant wird. „Es muss einen Übergang geben, keine Übergabe“, betonten am Montag vier junge Vertreter der afghanischen Zivilgesellschaft, die auf Einladung der US-Botschaft in Berlin sind. „Wir haben 50 Jahre Fortschritt in zehn Jahren geschafft“, sagt Mirwais Rahimazi, der sich im Gesundheitssystem engagiert. Ähnlich sieht es Razia Arooje, die sich als Aktivistin bezeichnet. Nach 2014 seien eine symbolische Militärpräsenz und sieben bis zehn Jahre breite finanzielle Hilfe nötig, um Armee und Polizei, aber auch nachhaltige Ausbildung zu bezahlen und gegen Korruption zu wirken – ohne Heerscharen ausländischer Experten. „Wenn ich mein Haus baue, nehme ich mir fünf Jahre, wenn es jemand von außen baut, will er, dass es fertig wird“, kritisiert Razia Arooje, dass es zu viele internationale Kurzzeitprojekte gebe und viel Geld an Geber zurückfließe.mue

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