Zeitung Heute : Afghanistan: Das Land, in dem seit 20 Jahren Krieg herrscht

Susanna Nieder

Von Afghanistan hat man viel gehört in den letzten Monaten. Das kam deshalb, weil sich Osama bin Laden dort versteckte. Erinnert ihr euch? Das ist der Mann, den die Amerikaner suchen, seit im letzten Herbst die zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York rasten. Deshalb marschierten die Amerikaner in Afghanistan ein und stürzten die Regierung der Taliban, weil diese bin Laden geholfen hat. Gefunden haben die Amerikaner ihn immer noch nicht. Aber für die Menschen hat sich das Leben verändert.

Ist es besser geworden? Schwer zu sagen. Soldaten aus Deutschland und anderen Ländern versuchen, die Menschen und die neue Regierung zu schützen, damit sie das zerstörte Land in Ordnung bringen können. Doch die Soldaten sind nur in der Hauptstadt Kabul. Anderswo müssen die Menschen selbst klar kommen. Das ist sehr schwer, denn in Afghanistan herrscht seit über 20 Jahren Krieg. Überall in dem großen Land gibt es kleine Chefs, die sich gegenseitig bekämpfen. Das ist so ähnlich wie bei den Rittern, die früher in Deutschland lebten. Die hatten auch ständig Krach mit ihren Nachbarn, und die Menschen litten darunter. Die Bauern in Afghanistan mussten so oft fliehen, dass sie nicht mehr vernünftig Getreide, Obst und Gemüse anbauen konnten. Außerdem gab es drei Jahre lang fast keinen Regen. Deshalb haben jetzt viele Menschen nicht genug zu essen. Die ausländischen Soldaten versuchen, Nahrungsmittel zu ihnen zu transportieren. Aber so lange jeder kleine Chef macht, was ihm passt, werden die Menschen in Afghanistan nicht in Ruhe leben können.

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