Zeitung Heute : Afirka, Asien, Europa

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In welchen Weltregionen wird der Klimawandel die größten Schäden anrichten?

Europa: Vor allem der Mittelmeerraum wird unter den Auswirkungen des Klimawandels zu leiden haben. In Südspanien und Portugal besteht die hohe Gefahr, dass aus Dürren längerfristig Wüstengebiete werden. Klimaforscher weisen darauf hin, dass zwischen 30 und 40 Prozent der Tier- und Pflanzenarten unwiederbringlich verloren sein werden – selbst wenn die Erwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung begrenzt werden kann. Vor allem für den Mittelmeerraum mit seiner Artenvielfalt wird das verheerende Konsequenzen haben.

Aber auch im Norden Europas wird der Klimawandel deutliche Spuren hinterlassen. Die Tundra, das Gebiet, in dem der Boden bisher nahezu ganzjährig metertief gefroren war, wird von zwei Seiten bedroht. Zum einen steigen die Temperaturen, immer mehr Permafrostböden beginnen zu tauen und setzen dabei Methan frei, das ein mehr als 20-mal stärkeres Treibhausgas ist als Kohlendioxid. Zum anderen wird es weniger Niederschläge geben.

Afrika: Der Kontinent wird mit am härtesten von den Veränderungen getroffen. Vor allem Länder im Süden – Mosambik, Malawi, Sambia – werden noch weniger Regen bekommen. Es wird noch mehr Dürren, Missernten und Hunger geben. Dasselbe gilt für Ostafrika – Nordkenia, Somalia, Äthiopien, Eritrea, Dschibuti. Auf der anderen Seite sind Millionenstädte wie zum Beispiel Lagos in Nigeria vom steigenden Meeresspiegel bedroht. Die Mangrovenwälder Ostafrikas sind vom Aussterben bedroht.

Asien: Vor allem die großen Flussdeltas in Asien sind in Gefahr. Im Fall von Bangladesch betrifft das ein ganzes Land. Es wird auf der einen Seite vom steigenden Meeresspiegel und Wirbelstürmen bedroht und auf der anderen Seite von den schmelzenden Gletschern des Himalaja. Schon zwei Grad Erwärmung könnten es für Millionen von Menschen in Bangladesch zunehmend unmöglich machen, in ihrem Land zu überleben.

Amerika: Nordamerika muss mit heftigeren Wirbelstürmen und Dürren im Nordwesten rechnen. Florida ist akut vom steigenden Meeresspiegel bedroht. Im Westen steigt die Gefahr von Waldbränden weiter. Dort dürfte auch die Wasserversorgung, die heute schon schwierig ist, immer prekärer werden. In Südamerika ist das Amazonasbecken von Versteppung bedroht.

Australien: Das Große Barrierriff, das schönste Korallenriff der Welt, ist bei zwei Grad Anstieg kaum noch zu retten. Der Kontinent wird weiter unter dramatischer Dürre leiden und zum Teil die Landwirtschaft aufgeben müssen.

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