AFRO-JAZZMulatu Astatke & The Heliocentrics : Vom Winde verweht

Jim Jarmuschs Filme mögen im Lauf der Jahre immer kryptischer geworden sein, aber für musikalische (Wieder-)Entdeckungen waren sie stets gut. So auch „Broken Flowers“ aus dem Jahr 2005: Da unternimmt der traurige Held, verkörpert von Bill Murray, auf der Suche nach der Mutter seines Sohnes eine Reise durch die USA – natürlich mit dem Auto. Für öde Tage auf endlosen Highways hat ihm sein fürsorglicher Nachbar eine CD aufgenommen. Auf der ertönt ein süchtig machender Sound mit wabernden Afro-Jazz- Rhythmen, einem melancholisch dämmernden Saxofon und hitzeflirrendem Vibrafongeklöppel.

So kamen viele westliche Hörer zum ersten Mal mit Mulatu Astatke in Kontakt, der in Äthiopien in den Siebzigern ein Star war, ehe seine Karriere durch die Wirrnisse in seiner von Bürgerkriegen erschütterten Heimat im Sande verlief. Sein Comeback ist späte Gerechtigkeit für einen zu Unrecht Vergessenen. Aber erst recht ein Glück für alle anderen: Die Magie dieser einzigartigen Musik hat Jahrzehnte unbeschadet überstanden.Jörg Wunder

Volksbühne, So 31.10., 20 Uhr, 22 €, erm. 18 €

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