Zeitung Heute : Akten Der Abend in drei

Zu den Köstlichkeiten aus der Küche von Alf Wagenzink gesellen sich herrliche Opernarien und mit Lindiwe Suttle eine Ausnahme-Künstlerin.

Markus Brück (M.) im Barbier von SevillaFoto: Matthias Horn
Markus Brück (M.) im Barbier von SevillaFoto: Matthias Horn

Lieder über Wein und Weiber

„Auf, trinket in durstigen Zügen“ heißt es in „La Traviata“

Menschen, die nicht so gerne in die Oper gehen, meinen ja immer, dort würde vor allem laut und lange gestorben. Fans des Genres aber wissen: Auf der Bühne wird ebenso oft auch gefeiert! Zum Beispiel in Giuseppe Verdis „La Traviata“. Das Trinklied aus dem ersten Akt darf bei einem Ereignis wie dem Ball der Wirtschaft nicht fehlen, dem die Mitglieder der Deutschen Oper Berlin mit mehreren Gesangseinlagen einen klassischen Touch verleihen.

„Auf, trinket in durstigen Zügen …“, sang man früher in der „Traviata“, heutzutage wird der italienische Originaltext geschmettert. Hulkar Sabirova und Yosep Kang erheben ihre Stimmen und ihre Gläser, nachdem das Publikum im Saal den ersten Gang des Menüs genossen hat. Die usbekische Sopranistin gehört seit der Spielzeit 2010/2011 zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Zum festen Solistenstamm des Hauses zählt auch der Koreaner Yoseph Kang. Dort gehört der Alfredo aus der „Traviata“ zu seinen Paraderollen.

Den Anfang im Auftrittsreigen machen Dana Beth Miller und Markus Brück. Beim Champagner-Vorempfang singen sie Operetten-Hits aus der „Fledermaus“ wie der „Lustigen Witwe“. Die junge texanische Sängerin vertritt in der Arie des Orlowsky „Ich lade gerne mir Gäste ein“ recht gewagte Thesen in Sachen Alkoholgenuss: „Wer mir beim Trinken nicht pariert, sich zieret wie ein Tropf, dem werfe ich ganz ungeniert die Flasche an den Kopf!“ Markus Brück, der an der Bismarckstraße zu den Publikumslieblingen zählt, hat als Danilo aus der „Lustigen Witwe“ nicht in erster Linie den Schaumwein in Sinn, wenn er singt: „Da geh ich zu Maxim, dort bin ich sehr intim, ich duze alle Damen, ruf’ sie beim Kosenamen.“

Zur lustigen Witwe höchstselbst wird beim zweiten musiktheatralischen Intermezzo Kim-Lillian Strebel, eine junge Schweizerin, die seit diesem Herbst Stipendiatin des Förderkreises der Deutschen Oper Berlin ist. Ihr Gesangspartner ist der chilenische Tenor Alvaro Zambrano. Zu später Stunde sind dann die Künstlerinnen und Künstler von der Deutschen Oper noch in der Sing-Along-Bar zu erleben: Kim-Lillian Strebel betört das Publikum mit „Quando m’en vo“ aus Puccinis „La Bohème“, Dana Beth Miller singt „Can’t help loving dat man“ aus dem Musical-Klassiker „Showboat“ und Markus Brück fahndet mit einem Chanson von Ralph Benatzky nach den „Hosen der Jungfrau von Orleans“. Frederik Hanssen

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