Zeitung Heute : "Aktives Nachtleben" schlecht für ruhesuchende Urlauber

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Nicht immer verläuft das Urlaubsvergnügen gänzlich ungetrübt. Bei permanenter nächtlicher Ruhestörung etwa kann der ersehnte Erholungseffekt ganz schnell zunichte gemacht werden. Die Forderung nach Reisekostenminderung beim Veranstalter funktioniert nicht immer. Denn: Nächtliche Ruhestörungen am Ferienort müssen von Urlaubern dann hingenommen werden, wenn die Gäste durch die Prospektbeschreibung des Reiseveranstalters klar vorgewarnt waren. Das entschied das Amtsgericht Kleve (Aktenzeichen: 3 C 197/98).

Im konkreten Fall hatte sich ein deutsches Urlauberpaar in Playa del Ingles auf der Insel Gran Canaria nachts durch den Lärm feiernder Menschen belästigt gefühlt. Beide forderten wegen des vermeintlichen Reisemangels vom Veranstalter Geld zurück. Die Richter wiesen die Klage ab. Der Veranstalter hatte nämlich im Katalog über das Zielgebiet geschrieben: "Wer gerne bis in die frühen Morgenstunden tanzt, trinkt und feiert, ist hier an der richtigen Urlaubsadresse." Zudem war vermerkt, daß das Hotel der Deutschen im Zentrum des Ortes liege und dieser für sein aktives Nachtleben bekannt sei. Laut Beschluss des Gerichts hätte daher jeder Reisende merken müssen, dass dieses Hotel nicht für ruhesuchende Urlauber geeignet sei.

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