Zeitung Heute : Alle Freibäder werden geöffnet

Der Tagesspiegel

Von Annekatrin Looss

Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) haben für sechs ihrer zu verpachtenden 13 Freibäder neue Pächter gefunden. So wird der Betrieb in den Bädern Lübars, Friedrichshagen und Wendenschloß weitergehen. Auch am Tegeler See, am Plötzensee und am Orankesee kann in diesem Sommer gebadet werden. Die Verträge sollen am kommenden Dienstag unterschrieben werden. Für die Bäder Halensee und Weißensee laufen die Verhandlungen noch. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die Verträge für diese Bäder bald unter Dach und Fach haben“, sagte BBB-Vorstand Klaus Lipinsky. Es fehle lediglich noch eine Bankbürgschaft oder Kaution in Höhe von 25 000 Euro, die die Pächter bei den Bäderbetrieben hinterlegen müssen. Vermutlich scheitern werden die Verhandlungen für die Bäder Müggelsee, Jungfernheide und Grünau. Trotz zäher Verhandlungen herrsche hier noch keine Einigkeit über die Vertragsbedingungen, sagte Lipinsky weiter. Für die Bäder am Wernersee und im Humboldthain haben die Bäderbetriebe noch keinen Pächter gefunden. „Wir suchen aber weiter“, sagt Lipinsky.

Kein Bad soll in diesem Sommer geschlossen bleiben. Alle Bäder, für die bis zum Saisonbeginn am 11. Mai noch kein Pächter gefunden wurde, sollen als „Azubi-Bäder“ betrieben werden. Schon im vergangenen Jahr übernahmen die Azubis der Bäderbetriebe in fünf Badeanstalten das Ruder. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht.

Insgesamt 20 Bewerbungen waren bei den Bäderbetrieben eingegangen. Zehn davon seien ernstzunehmen gewesen. Mehrere Pächter hatten sich für alle 13 Bäder beworben. Die hätten jedoch so hohe Mengenrabatte erwartet, dass am Ende nicht einer in die engere Auswahl gekommen sei, sagte Lipinsky weiter.

Gleich drei Bäder wird der Restaurantbesitzer Richard Gruhnke pachten. Er habe in den Bädern Tegeler See, Plötzensee und Lübars schon jetzt Restaurants oder Imbisse gepachtet, da habe es sich angeboten, auch den Rest zu übernehmen, sagt Gruhnke. Er wolle Berliner mit attraktiver Unterhaltung in seine Bäder locken. „Wir werden spezielle Kindertage mit Animateuren einführen und auch für die Erwachsenen Strandparties veranstalten.“ Das werde sich schließlich auch positiv auf die Umsätze seiner Restaurants auswirken. Schade sei, dass er die Eintrittspreise der Bäderbetriebe nicht unterbieten dürfe. „Dann würden bestimmt noch mehr Leute kommen.“ Um unnötige Konkurrenz zu vermeiden, legen die Bäderbetriebe die Preise fest. Außerdem kassieren sie von den Pächtern neben einer Mindestpacht noch einen umsatzabhängigen Betrag. „Wir wollen vermeiden, dass ein Pächter die Leute mit kostenlosem Eintritt in sein Bad lockt und sie die Kasse seines Retsaurants füllen lässt, und wir dann leer ausgehen“, erklärt Lipinsky. Lieber sollten die Pächter ihren Besuchern Gutscheine für ein Eis oder ähnliches schenken.

Freie Hand hat Gruhnke dagegen bei der Gestaltung der Öffnungszeiten. Er will nicht bis zum Saisonbeginn warten. „Gleich am ersten heißen Tag können die Leute bei mir baden“, kündigt er an. Zuvor jedoch erfolgt eine technische Abnahme der Bäder durch Bezirk und Bäderbetriebe. Auch will Gruhnke seine Bäder schon morgens um sieben Uhr öffnen und abends dürfen die Besucher baden, solange es hell ist. Bei Parties wird das Gelände bis spät in die Nacht offen sein. Sein großer Vorteil gegenüber den Bäderbetrieben sei seine Flexibilität, sagt Gruhnke. Er habe für seine 24 Angestellten keine festgelegten Dienstpläne. An heißen Tagen arbeiten alle, an regnerischen dagegen eben nur einer. Auch sei er anders als die Bäderbetriebe nicht an Tarifverträge gebunden. Somit werde für ihn das Betreiben der Bäder ein ganzes Stück billiger. Auch die Bäder am Orankesee und in Wendeschloß wurden an Gastronomen verpachtet. Das Strandbad Friedrichshagen ging an eine Turngemeinschaft.

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