ALLES auf Anfang : Lieber schräg als langweilig

Zeichnung: Uli Knörzer
Zeichnung: Uli Knörzer

Ich bin in Sudan geboren und in Uganda aufgewachsen. In der Schule trägt man dort eine Uniform. Für mich war das ein Segen, denn ich hatte nichts Besonderes zum Anziehen. Es gab aber Tage, an denen man ohne Uniform in die Schule gehen durfte. Davor bin ich immer zu einer Schneiderin gegangen, die auf ihrer Terrasse am Straßenrand gearbeitet hat, und habe mit ihr meine Sachen aufgemotzt, zum Beispiel alte Gürtel auf ein T-Shirt genäht. Das sah ziemlich merkwürdig aus, die Schneiderin hat sich köstlich amüsiert. Aber ich war ungefähr 14 und fand es besser, in etwas Schrägem herumzulaufen als in langweiligen Sachen. Ich wollte Architekt werden, weil mich Baustellen so faszinieren. Diese Ordnung in der Unordnung, toll! Im Sommer 2005 bin ich deswegen ganz naiv nach Berlin gezogen. Ich dachte, irgendetwas in die Richtung werde ich hier schon studieren können.

Bobby Kolade hat im April sein Studium an der Kunsthochschule Weißensee beendet, jetzt nimmt er am Wettbewerb „Start Your Fashion Business“ teil. Hier erzählt er Lisa Strunz vom Anfangen.

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