Zeitung Heute : Alles geschieht gleichzeitig

RIMSCHA

Ob Textverarbeitung oder Grafikbearbeitung, jedes Programm wird auf der Basis eines Betriebssystems ausgeführt.Dieses bleibt also - so gut die jeweilige Anwendung auch konzipiert sein mag - ein entscheidender Einflußfaktor auf den Arbeitskomfort.Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die heute selbstverständliche Möglichkeit, mehrere Anwendungsprogramme gleichzeitig auszuführen: das Multitasking.

Da ein Prozessor letztendlich immer nur einen Befehl nach dem anderen ausführen kann, bleibt das Multitasking eine Aufgabe des Betriebssystems, mehrere Prozessoren stehen nur in Profi-Rechnern zur Verfügung.Wann welches Programm wieviel Rechenzeit bekommt, ist dabei eine Wissenschaft für sich.Schließlich sollen Ressourcen einerseits möglichst fair verteilt werden, andererseits möchte der Anwender nichts von den parallel laufenden Programmen merken.In die Verteilung der Prozessorleistung auf die verschiedenen Programme kann unter Umständen auch der Benutzer selbst eingreifen, es können beispielsweise Prioritäten für die einzelnen Anwendungen vergeben werden.Hat nun ein Programm eine hohe Priorität, so bekommt es auch viel Rechenzeit, zumindest, wenn etwas zu tun ist.Hier wird von anderen laufenden Programmen nicht viel zu bemerken sein.Niedrige Prioritäten eigenen sich im Gegensatz dazu eher für Hintergrundaufgaben, bei denen es weniger darauf ankommt, wie lange sie für den aktuellen Auftrag brauchen.

Windows NT nutzt beispielsweise eine solche Technik.Die Anwendung, die gerade im Vordergrund läuft und in der Titelleiste als aktiv dargestellt wird, ist üblicherweise das Programm, in dem sich der Anwender gerade befindet und erhält deswegen eine höhere Priorität.So soll der Anwender das Gefühl haben, sein gerade benutztes Programm liefe alleine auf dem Computer.

Insbesondere im Zeitalter ständig wachsender Rechnerleisting ist das Multitaskingkonzept wichtig, denn übliche Anwendungen wie beispielsweise eine Textverarbeitung verbringen die meiste Zeit damit, auf Eingaben des Benutzers zu warten.Es bleibt also genug Zeit, um andere Aufgaben parallel zu bearbeiten.Auf einem durchschnittlichen Rechner können mittlerweile komplette Computeranimationen im Hintergrund berechnet werden - wenn auch recht langsam -, ohne daß der Benutzer einen spürbaren Leistungsabfall in seiner aktiven Anwendung feststellen würde.Aber auch einfache Aufgaben profitieren vom Multitasking: Auch wenn große Dokument gedruckt werden, kann man noch ungestört arbeiten.Ist das Dokument einmal im Zwischenspeicher für den Drucker angekommen, ist der Auftrag aus Anwendersicht erledigt.

Während UNIX, LINUX oder OS/2 von Anfang an als Multitasking-Umgebungen konzipiert wurden, können erst Win NT oder Win 95 mehrere Anwendungen gleichzeitig laufen lassen.

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