Zeitung Heute : Alles von null bis vier Rädern

Der Tagesspiegel

Von Klaus Angermann

In wenigen Tagen öffnet der Formel- Eins-Zirkus wieder seine Boxen, und nicht nur im Fernsehen, sondern auch am Computer laufen bereits die Motoren warm. Vier Räder sind dabei nicht unbedingt ein Muss, wie das gänzlich auf Räder verzichtende Computerspiel „Nanotech Disaster Megarace“ zeigt. Ähnlich wie bei den Pod-Racern, bekannt aus Star Wars, flitzen beim Megarace die Piloten in Raketen-Fahrzeugen um die Wette. Definitiv nichts für Warmduscher, denn aggressives Abschießen der Konkurrenten ist ebenso wie die Attackenabwehr ein notwendiger Teil echter Gewinnerstrategien. In futuristischen Röhren- und Tunnelsystemen wird im klassischen Arcade-Stil oder einem Karrieremodus mit Meisterschaft geheizt, natürlich auch als Multiplayer via Netzwerk oder Internet.

Megaracer ist ziemlich flott; die zugleich düstere und bunte Grafik ist ordentlich, doch nicht jeder Spieler wird sich mit den bisweilen reichlich hektischen Rennsituationen zwischen Monstern, tödlichen Pflanzen und anderen zusätzlichen Gefahren anfreunden können. Wer auf mindestens zwei Räder nicht verzichten möchte, kann dafür mit dem „Moto Racer 3“ seine fahrerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Im Gegensatz zum durchaus nicht ungefährlichem Rasen im Straßenverkehr bietet das Motorradrennen am PC hohen Unterhaltungswert: Rund 40 verschiedene Motorräder aller Leistungsklassen können auf 15 unterschiedlichen Strecken bewegt werden. Für das entsprechende Adrenalin sorgen Geschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde auf dem Sachsenring oder der hektische Verkehr mitten im interaktiven Paris. Geschicklichkeit ist auf den diversen Cross-Strecken erforderlich, außerdem wird einige Konzentration auf Trial- oder Freestyle-Parcours benötigt. Ansehnlich ist die flüssige und realistische Grafik insbesondere bei den interaktiven Wiederholungen eines Rennens. Die unterschiedlichen Rennmodi mit authentischer Atmosphäre sorgen für ordentlichen Spielspaß, der sogar auf bis zu acht Mehrspieler über ein vorhandenes Netzwerk ausgedehnt werden kann.

Auch auf vier Rädern kommt insbesondere der Liebhaber antiker Autos auf seine Kosten. Die „Rally Trophy“ von Jowood besteht aus Autoklassikern, die mit ABS und ähnlichem Hightech-Schnickschnack absolut nichts am Hut haben. Mit einem Mini Cooper oder einem Rally Opel Kadett aus dem Jahr 1969 brettern die alles andere als angegrauten Klassiker durch fünf verschiedene Länder in Einzel- oder Zeitrennen oder in einer Meisterschaft.

Im Arcade-Modus geht es alles andere als zimperlich zur Sache – Rempeln ist ausdrücklich erlaubt. Kracht man gegen den Baum, signalisieren zerborstene Fensterscheiben ein beschädigtes Fahrzeug, das bei der nächsten Rennpause wieder repariert werden muss – mit dem richtigen Tuning gibt man den Flitzern den letzten Leistungskick. Rally Trophy kommt reichlich detailverliebt daher, manchmal blendet der realistisch wirkende Sonnenschein den Fahrer, und heftiges Schneegestöber erschwert das Rennen. Die Unterteilung in Anfänger, Fortgeschrittene und Profis bietet jeder Fahrnatur den entsprechenden Schwierigkeitsgrad.

Auch ohne Rennboliden von Ferrari und Co. können Amateur-Rennfahrer am PC glücklich werden. Renn-Trekkies sollten den Megaracer einmal näher in Augenschein nehmen, abwechslungsreiche Rennen mit verschiedenen Rennstrecken und Fahrzeugarten liefert der Motoracer 3, und wer auf realistische Details steht und unbedingt sehen möchte, wie sein Oldie nach dem x- ten Crash sichtbare Blessuren sammelt, sollte zu Rally Trophy greifen.

Systemvoraussetzungen: Nanotech Disaster Megarace: Ab Windows 95 und Pentium II 400, www.modern-games.com , rund 40 Euro; Moto Racer 3: ab Win 98 und Pentium III 450, www.ea-sports.de , circa 40 Euro; Rally Trophy: Ab Windows 95 und Pentium 300, www.jowood.com/de , circa 40 Euro.

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