Zeitung Heute : Alleskönner für drinnen und draußen

Modulküchen nutzen den Raum optimal aus – und lassen sich im Sommer in den Garten schieben

Tong-Jin Smith
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Die Gartenküche des österreichischen Herstellers Schaden gibt es ab 3500 Euro für ein kleines Modul. Ausgestattet ist sie mit...

Mobilität und Flexibilität sind die Trends der Zeit. Das gilt mittlerweile für nahezu alle Lebensbereiche – warum also nicht auch für Küchen? Egal ob man beim Umzug seine Möbel samt Kochgelegenheit mitnehmen oder im Sommer lieber im Garten statt im Haus brutzelt will: Modulare Küchen sind die Lösung.

Das klassische Einbauensemble – starr, unflexibel und langweilig – hat sich überlebt. Modulküchen bieten eine optimale Nutzung des Raums, verbinden Design mit Funktionalität und unterstützen bei der wichtigsten Aktivität: dem Kochen. Gerade in kleinen Räumen oder Einzimmerwohnungen sind sie wesentlich interessanter als gängige Kochnischen, die wenig Charme versprühen. Ein schönes Beispiel hierfür ist die Modulküche des türkischen Designers Fevzi Karaman. Es gibt sie bisher zwar nur als Entwurf, der gewann 2006 aber immerhin den Silverline-Küchendesign-Wettbewerb. Das kompakte Modul bietet alles, was man benötigt – inklusive knallgrünem Tisch mit viel Stauraum darunter. Vielleicht nicht gerade geeignet, um eine ganze Familie zu bekochen, aber in der Studentenbude allemal schöner als herkömmliche Lösungen.

Und auch das gibt es: Küchenmodule, die man aus dem Koffer zaubern kann. Die mobilen Kochstationen in Flightcases wurden ursprünglich für den Einsatz auf Messen und Veranstaltungen konzipiert. Manche bieten sogar Koffer für Waschmaschinen und große Geschirrspüler. Allen Case-Küchen gemeinsam ist, dass sie in transportsicheren Gehäusen aus Sperrholz zu Hause sind. Systemverschlüsse und eingelassene Klappgriffe aus Edelstahl sowie stabile Transportgeräterollen machen die Kofferküchen in der Tat überall einsetzbar. Der Emsdettener Hersteller Pro-Art bietet seine „Kitcases“ nicht nur in klassischem Schwarz an, sondern mittlerweile auch in 120 Farbvariationen. Mit etwa 2000 Euro ist man dabei.

Ein wirklicher Hingucker ist die Gartenküche des österreichischen Familienunternehmens Schaden: ein Kochelement auf Rädern, das man im Sommer auf die Terrasse oder in den Garten schieben kann, um dort nicht bloß lapidar zu grillen, sondern formidabel zu kochen. „Bei uns ist die Gartenküche als komplettes Modul ein Teil der normalen Küche im Haus“, sagt Christoph Schaden. „Nur im Sommer nicht, dann rollen wir sie raus, und da bleibt sie dann auch bis zum Ende der Saison.“

Die Module – aus heimischem Massivholz gefertigt und mit Geräten von Gaggenau bestückt – sind individuell zusammenstellbar und in drei Größen erhältlich. „Wir hatten auch schon den Fall, dass ein junger Mann sich eine für seine Studentenwohnung gekauft hat“, erzählt Schaden, „mit dem Argument, dass er sie dann nach dem Studium mitnehmen und in seiner nächsten Wohnung integrieren kann.“ Preislich startet man hier bei rund 3500 Euro für ein kleines Modul mit einfacher Ausstattung.

Luxuriöser geht es natürlich auch. Die Serie Capri des italienischen Herstellers J. Corradi ist ebenfalls als Innen- und Außenküche einsetzbar und besteht aus Edelstahlmodulen, die in einen handgearbeiteten massiven Eichenrahmen eingesetzt werden. Neben verschiedenen Kochstellen – vom Grill über eingelassene Pastatöpfe bis zur Friteuse – sind eine Marmorspüle und Arbeitsplatten aus Holz oder Edelstahl, sowie Schubfächer und ein aufklappbarer Tisch wählbar. Mit versteckten Teflonrädern lässt sich die mobile Edelküche auch hin- und herrollen. Der Preis? Auf Anfrage.

Vorbei also die Zeit der fest eingebauten Küche. Wer die Position von Herd, Spüle, Schränken und Arbeitsflächen immer wieder selbst bestimmen will, dem sei „Kochen auf Rädern“ ans Herz gelegt. Tong-Jin Smith

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