Zeitung Heute : Als die Models noch Mannequins hießen

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Die 33 SchwarzWeiß-Fotografien entführen den Betrachter in eine andere Zeit: Ende der Fünfzigerjahre entstanden die Modefotografien von Helmut Lohmaier, die auf der Ars Nobilis in einem kleinen Kabinett ausgestellt werden. Sie zeigen seine Frau Eva, die bei dem Modedesigner Heinz Oestergaard in Berlin Starmannequin war und später Kunsthändlerin wurde. Strahlend schön und höchst grazil präsentiert sie die Haute Couture, posiert in aufwendig gearbeiteter Abendmode, langen Handschuhen und kostbarem Schmuck.

Die Mode versprach in dieser Zeit einen Ausflug in eine andere, glamouröse Welt, der Minirock war noch nicht erfunden und der „Heroin“-Chic der Neunzigerjahre undenkbar. Der ebenfalls auf der Ars Nobilis ausgestellte Sari aus den Fünfzigern erzählt Bände von dieser Zeit. Nadja Tiller trug ihn 1957 auf dem Wiener Opernball und stiftete das goldglänzende Kleidungsstück 1986 dem ehemaligen Berlin Museum.

Heute gehört es zur Stiftung Stadtmuseum. Der Kunsthändler Udo Arndt, einer der Organisatoren der Ars Nobilis, wurde darauf aufmerksam gemacht, dass der Sari ebenfalls auf einer der Lohmaier-Fotografien zu sehen ist und erhielt das Kleidungsstück als Leihgabe. Auf der Messe begegnen sich nun Fotografie und Kleidungsstück und vielleicht sogar die beiden Damen, die damit verbunden sind: Zur Eröffnung wird Eva Lohmaier erwartet und auch Frau Tiller erreichte eine Einladung. Sollte sie wirklich kommen – es wäre ohne Frage eine glanzvolle Begegnung. wit

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