• Als Schnittstellenmanager brauchen Informatikkaufleute ein bisschen Know-how von allem - Gute Chancen für Umschüler

Zeitung Heute : Als Schnittstellenmanager brauchen Informatikkaufleute ein bisschen Know-how von allem - Gute Chancen für Umschüler

Helga Ballauf

Übersetzer, Schnittstellenmanager, Joker: Der Anspruch an Informatikkaufleute ist hoch. Sie sollen genau so viel von Rechnern und Netzen wie von Büroorganisation und Warenwirtschaft verstehen. Sie sollen begreifen, was die Computeranwender wollen und wissen, was die Technik hergibt. Seit drei Jahren existiert das Berufsbild; seitdem ist die Zahl der Ausbildungsplätze kontinuierlich von bundesweit 754 auf 1923 Berufsanfänger gestiegen.

Die Palette der Einsatzgebiete ist breit: Die Münchner DV-Beratungsfirma Cosmos Consulting schickt Informatikkaufleute zu den Kunden, für die eine passgenaue Individualsoftware entwickelt werden muss. Beim Versandhaus Quelle in Fürth sitzen die "Kunden" im eigenen Haus: Informatikkaufleute betreuen und erweitern die DV-Systeme ihrer Kollegen in Einkauf, Controlling und Vertrieb. Bei Kiefer & Kompagnon, einem Software-Dienstleister für die Baubranche in St. Kilian / Thüringen arbeiten die jungen Fachkräfte an Gebäudevisualisierungen und am Webdesign. Informatikkaufleute beim Konzern Wacker-Chemie in Burghausen kümmern sich um das SAP-Modul Personalwesen und schaffen die Voraussetzungen für E-Commerce.

Ein zu breites, zu verschwommenes Berufsbild? Viele potenzielle Ausbildungsfirmen sehen tatsächlich noch nicht so recht, wozu ihnen Informatikkaufleute nütze sein sollen. Vorarbeiten sind nötig. "Der Spielraum im Ausbildungsplan ist zwar angenehm. Wir hätten uns jedoch am Anfang mehr Hilfe bei der Umsetzung gewünscht", urteilt der kaufmännische Ausbildungsleiter bei Wacker, Holger Schmidt. Mit dieser Meinung trifft er die Stimmung vieler, gerade auch mittelständischer Firmen. Die besten Chancen auf eine Lehrstelle haben (Fach-) Abiturienten und gute Realschulabsolventen. Die Chancen der Azubis, nach der Lehre übernommen zu werden, sind beim derzeit herrschenden IT-Fachkräftemangel hoch. Vielen Firmen kommt die duale Ausbildung auch deshalb recht und billig, weil die Informatikkaufleute nach der Prüfung weniger verdienen als die Studienabsolventen, die bisher die entsprechenden Arbeiten erledigt haben. Wer sich umschulen lassen will, hat bei den Kursen, die Dekra- und Deutsche Angestellten Akademie (DAA) in Düsseldorf anbieten, gute Chancen.Zu den vier neuen Berufen IT-System-Elektroniker, Fachinformatiker, IT-System-Kaufleute und Informatikkaufleute wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung ein Ausbildungs-Leitfaden herausgegeben: "best practice" kann für 29 Mark beim W. Bertelsmann Verlag (Tel.: 05 21 / 911 01-0) bestellt werden.

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