Zeitung Heute : Alte Feindschaft

Warum sich die Rebellen in Liberia gegenseitig bekämpfen

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Der Konflikt in Liberia ähnelt eher einer Mafiafehde als einem Bürgerkrieg. Die Führer auf beiden Seiten sind seit Generationen verfeindet. Ein Führer der Rebellen ist Chayee Doe, Sohn des früheren liberianischen Präsidenten Samuel Doe. Dieser hatte sich 1980 in Liberia an die Macht geputscht, zum Ärger der damaligen Regierung der Elfenbeinküste, und sah sich ab Ende 1989 einer aus der Elfenbeinküste heraus operierenden bewaffneten Rebellion ausgesetzt, geführt von Charles Taylor. Prince Johnson, Führer einer eigenen Miliz, folterte Doe zum Höhepunkt des Bürgerkrieges im September 1990 vor laufender Videokamera zu Tode.

Danach zerfiel Liberia in Warlordgebiete, hunderttausende Menschen wurden getötet, während eine westafrikanische Militärintervention Taylor jahrelang von der Einnahme der Hauptstadt abhielt. Erst bei freien Wahlen 1997 erreichte Taylor sein Ziel und wurde Präsident Liberias. Und jetzt will Does Sohn seinen Vater rächen, indem er Taylor vertreibt. Tsp

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