ALTE MEISTERHommage für Caravaggio : Von der Hand des Meisters

Foto: bpk / Kupferstichkabinett, SMB /

Bei den Feiern für den 400. Geburtstag von Caravaggio darf die Berliner Gemäldegalerie nicht fehlen, denn sie besitzt zwei Werke von ihm, ein womöglich drittes kommt als Leihgabe aus Privatbesitz hinzu. Roberto Contini, Kurator der Ausstellung, ist überzeugt, dass es sich bei dem „Bildnis eines Mannes“ um ein Spätwerk des Künstlers handelt, das jedoch nicht vollständig ausgeführt ist. Der in Kostüm mit Handschuhen und Schwert porträtierte Mann wurde auf Holz gemalt, was eher ungewöhnlich für Caravaggio ist, doch sowohl Qualität als auch Stil sprechen für ihn als Schöpfer.

Insgesamt ist eine Hommage entstanden, mit Bildern von der Hand des Meisters und aus seinem Umfeld. Das „Caravaggesque Movement“, wie die Produktion der Nachfolger und Imitatoren Caravaggios genannt wird, ist ebenfalls gut vertreten. So werden neben den Stars der Gemäldegalerie, „Amor als Sieger“ und „Johannes der Täufer als Knabe“, auch Werke von Bartolomeo Manfredi, Cecco del Caravaggio, Ribera Spardino und Carlo Saraceni zu sehen sein. Ohnehin finden sich in der Gemäldegalerie Bilder jener Maler, die als Bildungsreisende nach Rom kamen, um Caravaggio vor Ort zu studieren: die Holländer Hendrick ter Brugghen, Gerrit van Honthorst und Dirk van Baburen, die Franzosen Simon Vouet und Georges de la Tour, die Spanier Jusepe de Ribera und Diego Velázquez. Die Ausstellung feiert jedoch nicht nur den großen Maler, sie leistet auch Trauerarbeit um die Verluste der Sammlung. Drei Werke gingen im Krieg im Flakbunker Friedrichshain durch einen Brand verloren. Sie werden zumindest dokumentiert. Nicola Kuhn

Gemäldegalerie Kulturforum, Fr 12.11. bis 6.3.2011, Di-So 10-18, Do bis 22 Uhr, 8 €, erm. 4 €

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