Zeitung Heute : Alter Gartenadel ohne Allüren: Lilien

Helga Panten (dpa)
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Im Kübel kann die Erde genau auf die jeweilige Lilie abgestimmt werden.Foto: dpa

Lilien zählen zu den ältesten Gartenpflanzen. Aber heutige Gartenbesitzer tun sich ein bisschen schwer mit ihnen. Lilien gelten als empfindlich, eigenwillig und schwierig in den Garten zu integrieren. Außerdem meinen viele, ihre Blütezeit sei nur kurz. Alles Vorurteile, sagen Lilienkenner:

Gute Gartensorten blühen vier Wochen lang, sind widerstandsfähig und können sehr alt werden.    Lilien begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. Schon die alten Ägypter empfanden sie als wahrhaft königlich und schmückten 2500 Jahre vor Christi einen steinernen Königsthron in Assuan mit dem Relief einer Lilie. Deutlich lässt sich Lilium candidum darauf erkennen. Auch Griechen und Römer liebten die Pflanze. Die Christen machten sie zum Attribut Marias.    

Aber auch andere Lilien zogen die Menschen in ihren Bann – zum Beispiel die in Griechenland heimische Lilium chalcedonicum. Voll erblüht zeigen ihre Blumen die sogenannte Türkenbund-Form: Die Blütenblätter sind in elegantem Bogen so weit zurückgeschlagen, dass sie den Stiel berühren und einen Turban formen. So entsteht ein völlig anderes Bild als das der weit offenen Madonnenlilien-Trichter.    Lilien können aber auch sternförmig, schalen- und becherförmig oder mit langer trichterförmiger Röhre blühen. Ihre Blüten können aufrecht stehen, seitlich schauen oder hängen. Mal tragen die Stengel nur wenige Blumen wie die Trompetenlilie (Lilium longiflorum). Andere öffnen bis zu 85 Blüten am zwei Meter hohen, reich verzweigten Stengel wie die Asiatische Hybride ,Schellenbaum’.    Rund 100 Lilienarten gibt es weltweit. Aber die Züchtung hat ihre Gene gemischt und eine unglaubliche Vielfalt entwickelt. Zwerglilien für Balkon, Kübel und Steingarten sind darunter wie die nur 35 Zentimeter hohe lachsfarbene ,Buff Pixie’ oder wie ,Fopapo’, die in nur 40 Zentimeter Höhe 13 Zentimeter große Blüten trägt. Dagegen wachsen Pantherlilie (Lilium pardalinum) und ihre Sorten wie ,Bellingham Hybriden’ und ,Milden Red Ball’ sowie der Chinesische Türkenbund (Lilium henryi) zu Riesen von zwei Metern und mehr heran.    Dank der intensiven Züchtung kommen die meisten Gartenlilien mit normalem, lockerem Gartenboden zurecht. Am wohlsten fühlen sie sich, wenn sie die „Füße“ im Schatten haben und den Kopf in der Sonne tragen können. Helga Panten (dpa)

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