Zeitung Heute : Altlasten: Der Fall Mc-Nair-Siedlung

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Eine Altlast, die in Berlin jüngst Schlagzeilen machte, ist das ehemalige Mc-Nair-Gelände an der Goerzallee. In der umgebauten und um bisher 70 Wohnhäuser erweiterten Kasernenanlage kam es zu heftigen Protesten der Immobilien-Käufer, weil der Boden im Verdacht steht, verseucht zu sein. Die Ursache war in diesem Fall jedoch nicht der lachse Umgang der Militärs mit Giftstoffen, denn die Bauträger hatten das Erdreich vorschriftsmäßig abgebaut und entsorgt. Erst bei der Aufschüttung neuer Erde kam es zu einem Fehler: Die Bauvorschriften verlangen, dass bei Neubauten sauberer Oberboden angelegt wird, die beauftragten Firmen lieferten jedoch mit Schwermetallen und Kohlenwasserstoffen kontaminierte Erde. Das Umweltamt Steglitz-Zehlendorf hat Anzeige erstattet.

Nachdem der Fall bekannt wurde, ergab sich bei nachträglichen Untersuchungen des Baugrunds, dass auch der Unterboden stellenweise betroffen ist. Dieser war zwar bei Anlieferung sauber, weil aber Wind und Wetter den verunreinigten Oberboden auswuschen, drangen Giftstoffe bis in die Tiefe hinein. Zudem stehen Baufirmen im Verdacht, Abfälle in den Baugruben "entsorgt" zu haben: Bei den Bodenproben stießen Gutachter auf alte Farbeimer, Styroporreste, Zementbrocken und andere Überbleibsel von Bauarbeiten. Nun will der für die Siedlung zuständige Projektentwickler den verunreinigten Grund noch einmal austauschen.

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