Zeitung Heute : Am Chip führt kein Weg mehr vorbei

Rolf Brockschmidt

Ohne Informatik geht nichts mehr. Sie hat längst unseren Alltag durchdrungen, ohne dass uns dies in allen Einzelheiten bewusst ist. Die Informatik – die Wissenschaft rund um den Computer – hat sich erst in den frühen 60er Jahren entwickelt – ist daher eine recht junge Wissenschaft, die die Generationen voneinander trennt. Die Jüngeren wachsen mit den Errungenschaften dieser Wissenschaft auf, die Älteren mussten sich daran gewöhnen und gerade dort ist die Berührungsangst vielleicht immer noch am größten. Aber die Informatik garantiert auch für die Zukunft wirtschaftlichen Erfolg, wenn Deutschland sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellt. Wie bedeutend dieser Bereich der Wissenschaft ist, sieht man daran, dass ihr das Wissenschaftsjahr gewidmet ist – und diese Beilage.

Am Anfang dieser Erfolgsgeschichte stand ein Ingenieur aus Adlershof, der bestrebt war, seine stets wiederkehrenden komplizierten Berechnungen zu automatisieren. Rationalisierung wurde die entscheidende Motivation für seinen Erfinderdrang – Konrad Zuse entwickelte eine Rechenmaschine, die ihm die lästige Arbeit abnahm. Und so ist Zuse mit seiner Erfindung von 1941, dem Rechner Z1, der Vater des modernen Computers. Das deutsche Patentamt hatte ihm die Anerkennung allerdings verweigert, da er für seine Neuentwicklung überwiegend auf bereits vorhandene Bauteile zurückgegriffen hatte.

Die Beilage erzählt nicht nur von dem Computerpionier Konrad Zuse und seiner bahnberechenden Erfindung, sie will Berührungsängste abbauen, informieren und auch die Zukunftschancen dieser Wissenschaft beleuchten. Wir schauen in dieser Beilage mit digitalem Blick auf die Fußballweltmeisterschaft und den Sport, begleiten einen harmlosen Flaneur, der mit seinem Bluetooth-Handy unterwegs ist und Werbebotschaften empfängt, wenn er will, betrachten die Fortschritte in der Telemedizin, widmen uns neusten Sicherheits- und Verschlüsselungstechniken und gehen der Frage nach, ob der Ton einer Stradivari digital zu kopieren ist.

Medizinische Fortschritte wie navigiertes Operieren und Organtransplantationen wären ohne Informatik nicht denkbar. Und – was haben der Eisbär, die Landfrauen und die islamische Kunst miteinander zu tun? Sie alle sind vernetzt. Und nicht zuletzt diese Beilage und die Zeitung in der sie steckt, auch sie entsteht und kommt zu Ihnen – dank Informatik!

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