Zeitung Heute : Am Ende Weisheit

Der Tagesspiegel

Weisheit: Das Erfahrung und Klugheit zusammenfassende und weiterführende Wissen, das überlegene und zugleich taktvoll bescheidene Sicherheit . . . Ja, schon gut. Der Alm-Öhi hatte sie, Miraculix hatte sie, aber wer eifert ihnen nach? Helmut Schmidt. Meint jedenfalls die Mehrheit von 1049 Männern, die jetzt den weisesten Deutschen auswählen sollten und sich zu 43 Prozent auf den Altkanzler verständigten, leider ohne Begründung. Überlegen? Ja, klar. Taktvoll bescheiden? Ähm . . . Und muss ein Top-Weiser nicht unentwegt weise Sätze meißeln, festliche Hochämter der Erkenntnis feiern wie Helmut Kohl? „Ich kenne den Unterschied zwischen Strafstoß und Elfmeter“, ließ er einst wissen – und kommt doch in der Weisen-Liste nicht vor. Richard von Weizsäcker gilt als weise, Roman Herzog gleich hinter ihm; wo bleibt Rudi Völler? Von ihm und nicht von Schmidt stammt das Völlersche Axiom: „Wie so oft liegt auch hier die Mitte in der Wahrheit“ – jene Mitte, sei ergänzt, um die Schmidt und Kohl so lange gerungen haben, bis sie mit ihrer Weisheit am Ende waren. Völler nicht! Er hat nur für einen Weisen einfach den falschen Beruf.

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