Zeitung Heute : Amerikaner machen es besser

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Bösartige Geschwülste im Darm bilden sich langsam, meist im Dickdarm, in einem Drittel der Fälle im Enddarm, nur selten aber im Dünndarm. Mit dem Finger kann der Arzt etwa ein Viertel aller Darmtumore ertasten. Über 90 Prozent der Geschwülste entstehen aus gutartigen Polypen, kleinen Wucherungen an der inneren Darmwand. Das dauert oft sieben bis zehn Jahre und lässt Zeit genug für Tests auf verstecktes Blut im Stuhl oder für Darmspiegelungen. Selbst wenn sich bereits kleine Tumore gebildet haben, ist Heilung in neun von zehn Fällen möglich.

Wichtige Hinweise auf Darmleiden kann auch die regelmäßige Kontrolle des Kots liefern. Sichtbares Blut auf dem Stuhl ist zwar oft ein Indiz für Hämorrhoiden, doch ein bleistiftdünner Kotstrang kann fortgeschrittenen Darmverschluss beispielsweise durch einen Tumor anzeigen.

Ein Grund für die geringere DarmkrebsSterblichkeit in den USA sei, „dass Amerikaner es gewohnt sind, für sich selbst zu sorgen und damit auch vorzusorgen“, glaubt die Präsidentin der Felix-Burda-Stiftung, Christa Maar, die selber ihren Sohn wegen eines Tumors im Darm verloren hat. Seither will die nach Maars verstorbenem Sohn benannte Stiftung die Bundesbürger vom Sinn der Früherkennung durch Überprüfung des Kots und Darmspiegelungen überzeugen. Allerdings ist die routinemäßige Darmspiegelung von Mittfünfzigern aufwärts, wie sie in Deutschland von den Kassen bezahlt wird, nicht unumstritten. Kritiker halten sie für überflüssig und irreführend und verweisen auf mögliche Risiken: Übertragung von Bakterien anderer Patienten und – wenn auch selten – Darmrisse.

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