Zeitung Heute : Amerikanische Ansichten

Ausgewählte Gäste im Hans Arnhold Center am Wannsee

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Das Berlin der dreißiger Jahre stand im Mittelpunkt seines großen Triumphs. Joel Grey gewann 1972 einen Oscar für seine Rolle in „Cabaret“. Im Oktober kommt der Schauspieler wieder in die Stadt – und wird sich eine ganz andere Version von „Cabaret“ anschauen, aufgeführt in der „Bar Jeder Vernunft“.

Auf Einladung der American Academy und der USBotschaft wird Grey in Berlin auch Eigenes präsentieren. In der Galerie des Café Einstein Unter den Linden ist vom 22. Oktober an eine Auswahl seiner Fotos zu sehen. Es sind „Aufnahmen, die ich machen musste“, wie Grey einen Foto-Band nannte. An anderer Stätte wird auch der Schauspieler Joel Grey in Berlin arbeiten: Mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ plant er während seines einwöchigen Aufenthalts eine Meisterklasse.

Grey gehört zu jenen Vertretern amerikanischer Kultur, Wissenschaft und Politik, die das von Stipendiaten (Fellows) und Ehrengästen (Distinguished Visitors) präsentierte öffentliche Academy-Vortragsprogramm im Hans Arnhold Center am Wannsee ergänzen. Anders als die Fellows, die in der Regel ein ganzes Semester in Berlin arbeiten, sind diese Gäste für höchstens ein paar Wochen in der Stadt.

Zu den Höhepunkten des Herbst-Semesters wird der Besuch des Künstlers Chuck Close zählen, der zum ersten Mal nach Berlin kommt und außer einem Vortrag über sein Werk in der American Academy zum Abschluss der MoMA-Ausstellung auch mit dem Kunstkritiker der „New York Times“, Michael Kimmelman, über das museale Kuratieren der Moderne diskutieren wird.

Die Juristin Mary Jo White wird Ende September über das Spannungsverhältnis zwischen den Notwendigkeiten der Terrorabwehr und den Freiheitsrechten der Bürger sprechen. Ein Jahrzehnt lang war sie in New York als Staatsanwältin zu die Verfolgung schwerer Terrorverbrechen zuständig, darunter das erste Attentat auf das World Trade Center und die Angriffe des 11. September 2001 (s. ihren Essay, Seite B3). Einen Blick auf das aktuelle China zwischen Reform und Verkrustung wird der Berliner Chefkorrespondent des „Wall Street Journal Europe“, Ian Johnson, werfen. Der frühere Peking-Korrespondent wurde für seine Berichterstattung aus China mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Auch im Frühjahr 2005 gehören Recht, Politik und Wirtschaft zu den festen Bestandteilen des Academy-Programms. Als Gäste werden unter anderen der langjährige Kolumnist der „New York Times“, Anthony Lewis, die Verfassungsrichterin des Bundesstaates Massachusetts, Margaret Marshall sowie der Präsident der Notenbank Phildelphia, Anthony Santomero, im Hans Arnhold Center am Wannsee erwartet. Als zweiter Sprecher der JP Morgan-Vortragsreihe wird im Frühjahr 2005 der Stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank, Roger W. Ferguson, Jr.,nach Berlin kommen, der seit 1999 der zweite Mann nach Alan Greenspan ist. Tsp

Für aktuelle Programmhinweise siehe www.americanacademy.de

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