Zeitung Heute : AMI 2001: Autofrühling in Leipzig

Ingo Dahlern

Sie war so gut wie komplett - die Frühjahrskollektion der internationalen Automobilindustrie, die man Anfang März in Genf betrachten konnte. Doch Genf ist weit entfernt von unserem Teil Deutschlands, die Reise dorthin lang und teuer. Dennoch muss niemand enttäuscht sein, dass er Genf nicht miterleben konnte. Denn in den nächsten neun Tagen gibt es, verglichen mit Genf nur einen Katzensprung von Berlin entfernt, Gelegenheit, die aktuellsten Neuheiten aus nächster Nähe zu betrachten, zur Probe in ihnen zu sitzen und sich über alle Details zu informieren. Denn morgen öffnet in Leipzig die nun schon 11. Auto Mobil International (AMI) ihre Tore. Dann zeigen täglich von 9 bis 18 Uhr und am

27. April sogar bis 21 Uhr fast alle auf unserem Markt vertretenen Pkw-Hersteller ihr aktuelles Angebot und dazu manche Neuheit, die wir in den nächsten Wochen und Monaten auf unseren Straßen antreffen werden.

Zu diesen Premieren zählt zum Beispiel der neue kleine Jaguar X-Type, der am 1. Juni zu den Händlern rollt und in Leipzig sein Deutschland-Debut gibt. Für Jaguar ist das sogar eine doppelte Premiere, denn diese britische Premium-Marke von Ford, die sich mit dem allradgetriebenen X-Type ein ganz neues Marktsegment erschließt, war bislang bei der sächsischen Frühjahrsschau noch nicht mit von der Partie.

Traditionell mit dabei sind natürlich alle deutschen Hersteller. BMW bringt als aktuellste Neuheit seinen 3er Compact als die nunmehr fünfte Karosserievariante der neuesten 3er-Generation mit. Und außerdem haben die Bayern den neuen Mini Cooper im Gepäck, der in diesem Sommer auf den Markt kommt. Und da BMW nicht nur Autos baut, kann man auch den BMW C1 betrachten und ihn sogar zur Probe fahren.

Besonders mit Leipzig verbunden ist Porsche, denn vor den Toren der Stadt geht derzeit ein neues Werk der schwäbischen Sportwagenschmiede seiner Vollendung entgegen, in dem unter anderem der sportliche Off-Roader Cayenne gebaut werden wird. Und mit dem Porsche 911 GT 2 mit 340 kW (462 PS) kann man in Leipzig den derzeit stärksten Serien-Sportwagen des Hauses bewundern. Wenn es um Stärke geht, dann verdient auch das neue Ingolstädter Flaggschiff A8 L 6.0 W12 mit einer Leistung von 309 kW (420 PS) Respekt, mit dem Audi endlich den Aufstieg in den exklusiven Zwölfzylinder-Club schafft. Ebenso bemerkenswert am anderen Ende der Modellpalette ist Audis erster Drei-Liter-Wagen, der A2 1.2 TDI. Konzernmutter Volkswagen lässt ihren technisch mit dem W12-Motor von Audi verwandten W8-Motor im Passat Premiere feiern, denn für den Dresdener D1 mit Zwölfzylinder ist es noch etwas zu früh. Die tschechische VW-Marke Skoda überrascht mit der Stufenheckversion des erfolgreichen Fabia, zeigt den Octavia 4x4 als Limousine und präsentiert mit dem Octavia RS den schnellsten Skoda, der jemals gebaut wurde. Die sportliche Note ihres Programms betont schließlich die spanische VW-Tochter Seat.

Auf einer Erfolgswelle schwimmt derzeit Mercedes-Benz. Aktuellste Neuheiten der Stuttgarter sind das Sportcoupé und das T-Modell der C-Klasse sowie die AMG-Spitzenmodelle mit dem neuen 3,2-Liter-Kompressormotor mit 260 kW (354 PS). Recht flott geht es auch bei Opel zu, wo der Corsa GSi neben der Sportwagen-Studie Astra Coupé OPC X-Treme mit 327 kW (444 PS) sowie der Zafira OPC mit 141 kW (192 PS) starkem Turbomotor, der Astra Eco4 mit seinem extrem sparsamen 1,7-Liter-Turbodiesel und der Erdgas-Zafira 1.6 CNG ein attraktives Kontrastprogramm bieten. Mit dem Focus RS dokumentiert auch Ford, dass man den sportlichen Aspekt nicht vergessen hat und der Mondeo Turnier präsentiert sich als besonders geräumige und variable Variante der neuen Mondeo-Generation, mit der die Kölner offensichtlich ganz genau die Interessen ihrer Kunden erkannt haben.

Mit eine Fülle attraktiver neuer Modelle überraschen auch unsere europäischen Nachbarn. So bringt Fiat neben dem als Antwort auf Berlingo & Co. überzeugenden neuen Doblò den Bravo/Brava-Nachfolger Stilo mit, Alfa nun auch die fünftürige Version des kompakten Alfa 147 und die edle Fiat-Marke Lancia ihr neues Spitzenmodell Thesis. Aus Frankreich kommt neben dem gerade erst eingeführten neuen Renault Laguna der eigenwillige Avantime und zudem glänzt Renault mit neuen kleinen Dieselmotoren und einem Quickshift 5 genannten automatsierten Schaltgetriebe. Citroën hat soeben erst seinen C5 in der gehobenen Mittelklasse eingeführt, dessen Limousine schon bald auch ein Kombi zur Seite tritt und Peugeot zeigt mit dem neuen 307 neue Trends in der kompakten Mittelklasse. Zudem kann Peugeot die derzeit einzigen direkt einspritzenden Turbodiesel mit Partikelfilter anbieten - neuerdings sogar im sportlichen 406 Coupé.

Attraktive Neuheiten kommen schließlich auch aus Fernost. So feiert Hyundai mit dem kompakten Minivan Matrix zugleich die zehnjährige Präsenz des koreanischen Marktführers auf dem deutschen Markt und lässt seine zweite Marke Kia die neue Generation des Shuma präsentieren. Honda zeigt sich mit dem neuen Civic und dem Minivan Stream auf der Höhe der Zeit, Toyota bringt mit dem Avensis Verso ebenfalls einen neuen kompakten Minivan und mit dem Lexus Cabrio-Coupé SC430 zugleich einen exklusiven Roadster mit Vario-Dach, Nissan demonstriert seine große Kompetenz bei den Off-Roadern, bei denen auch Mitsubishi stark vertreten ist, Subaru kann endlich wieder einen Sechszylinder zeigen, Suzuki bringt mit dem Liana ebenfalls einen Kompaktvan und zudem mit dem Gran Vitara XL-7 ein neues Flaggschiff, und Kleinwagen-Spezialist Daihatsu hat seinen kantigen Kompaktvan Move neu eingekleidet. Und ebenfalls in Leipzig mit dabei ist die von BMW wieder unabhängige britische Marke Rover mit ihren durchaus attraktiven Rover- und MG-Modellen.

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