Zeitung Heute : an Alexander Ross Managementautor in Berlin

Coaching ist kein Allheilmittel

an Alexander Ross Managementautor in Berlin

In Verbindung mit Karriere ist oft von Coaching die Rede. Was hat es damit auf sich, und ist das nur für Chefs hilfreich?

Coaching – kaum ein Begriff aus dem Personal- und Managementbereich ist heute so schillernd und wird so vielseitig verwendet: Coaching reicht von der Hilfestellung für Führungskräfte durch einen erfahrenen Könner bis hin zu einem von der Firma bezahlten Ersatz für menschliche Zuwendung von Familie, Freunden und Kollegen. Für manche gilt auch: Wer einen Coach hat, ist wichtig – denn der kostet bis zu 300 Euro in der Stunde.

Was bekommt man dafür? Bei gutem Coaching vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe für Personen auf allen Hierarchieebenen und Funktionen. Also kein fertiges Konzept wie vom Berater, sondern zeitlich begrenzt herangezogene Lebens- und Arbeitserfahrungen, um selbst besser zu werden.

Ein Coach steht meist außerhalb der Firma, kennt aber die Materie und kann sie beurteilen. Was früher meist sehr vertraulich stattfand, ist inzwischen ein Instrument der Personalentwicklung, denn hier können die aktuellen Anforderungen passgenau und individuell behandelt werden wie im Sport, dem der Begriff auch entstammt.

Doch Achtung: Die Coaching-Szene ist wie ein Basar – bunt, reichhaltig und unübersichtlich von Spitze bis Schund. Denn als Kommunikationsprozess zwischen Menschen folgt Coaching kaum festen Regeln, lässt aber genug Raum für Schaumschläger.

Ein halbes Dutzend Verbände sucht Mitglieder und Anerkennung mittels eigener Zertifizierungen – nur zum Nutzen des Kunden? Der sollte sich immer fragen: Passt der Mensch zu mir, und verfügt er über entsprechende Erfahrung für meine Anforderungen? Lebt er nur vom Coaching – und damit von meiner Abhängigkeit? Stellen Sie also einem Coach keinen Blankoscheck aus: Ein Angebot für ein seriöses Coaching ist definiert in Zeit (zum Beispiel zehn Stunden), Kosten und enthält ein Ziel – aber keine Erfolgsgarantie. Schließlich: Nicht immer ist gleich ein Coach nötig, wo ein Seminar mit Kollegen, ein Einzel- oder Gruppentraining bereits der richtige Schritt sein kann. Foto: Thilo Rückeis

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