Zeitung Heute : An die Boxen

Funktionen, Preise, Video, Elektrosmog: Der Decoder-Guide

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Viele Testseher haben sich schon gewundert, dass das neue Überallfernsehen das Aufnehmen per Videorecorder erschwert. Normalerweise ist es möglich, auf einem Sender Fernsehen zu schauen und gleichzeitig auf einem anderen Kanal aufzunehmen. Nicht so bei DVBT. Einen zweiten Scart-Anschluss für das Videogerät bieten lediglich die neuen Boxen von Quelle und SkyPlus an. Und dann benötigt man auch noch so genannte „Twin-Receiver“, die zur Funkausstellung auf den Markt kommen. Das bedeutet, dass bei allen anderen Set-Top-Boxen Zuschauen und das parallele Aufnehmen unterschiedlicher Programme gar nicht möglich ist – einer der Nachteile der DVB-Technik. Zusätzliche Updatemöglichkeiten, über Computer oder Antennenanschluss, besitzen alle angebotenen Geräte.

„Stiftung Warentest“ hat in seiner März-Ausgabe zehn DVB-T-Modelle getestet. Das Ergebnis ist zwiespältig. Bis auf ein Modell empfangen alle Receiver die digitalen Bild- und Tonsignale dann „gut“ oder „sehr gut“, wenn man im Digital-Empfangsgebiet wohnt. Wer am Rand dieses Gebietes fernsieht, hat mit fünf der Boxen wahrscheinlich keinen Empfang mehr. Auch bei Handhabung und Ausstattung gab es bei einigen Modellen Schwächen. Die beiden Testsieger: „Schwaiger Digi-Zapp II T“ (299 Euro) und „TechniSat DigiPal1“ (189 Euro). Letztere Box hat allerdings nur eine Scart-Buchse was wiederum den Anschluss des Videorecorders umständlich macht.

Zum Anschluss. Die Set-Top-Box wird über das Scart-Kabel, bei älteren Fernsehgeräten entsprechend über den Antennenanschluss (HF-Modulator), an das TV-Gerät angeschlossen. Dann verbindet man die Box mit der Zimmer-, Außen- oder Dachantenne. Zum Schluss einfach Fernsehgerät und Decoder einschalten und sich die Programme durch die Fernbedienung der Box anzeigen lassen. Fertig.

Fertig? Nicht ganz. DVB-T-Zuschauer werden sich über weitere Änderungen wundern. Hier einige Fragen & Antworten.

Kann man bisherige Antennen weiter benutzen? Ja, in der Regel sind damit auch die digitalen Angebote zu empfangen.

Kann man den Zweitfernseher für DVB-T benutzen? Für jedes Fernsehgerät benötigt man ein eigenes Zusatzgerät.

Was passiert mit dem gewohnten Videotext? Der bleibt, auch bei DVB-T. Darüber hinaus gibt es zum TV-Programm eine Kombination von Texten, Bilder und Grafiken sowie einen elektronischen Programmführer (EPG). VPS und ShowView werden erst später unterstützt.

Kommt man mit DVB-T ins Internet? Später. Erst mal geht’s nur ums Fernsehen. Aber die Rückkanalfähigkeit des Systems wird erprobt, Testmuster von PC-Einsteckkarten wurden schon vorgeführt.

Wie ist das mit Radio hören? Prinzipiell geht das mit DVB–T. Der Hörfunk hat jedoch mit Digital Radio (DAB) einen eigenen Standard. Und die Versorgungsstrukturen von Fernsehen und Radio sollen getrennt bleiben.

Erhöht DVB-T den Elektrosmog, wie das bei Handys der Fall sein soll? „Nein. Handys sind so ,gefährlich’, weil sie senden und empfangen. Elektrosmog entsteht nur beim Senden. Der DVB-T-Decoder empfängt Signale, strahlt keine aus“, sagt Sascha Bakarinow, Projektleiter bei der MABB.dif/meh/mvd

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