Zeitung Heute : an Klaus Pohl Bundesagentur für Arbeit

Zuschuss zum Nettoentgelt

an Klaus Pohl B esagentur für Arbeit

Ich bin 55 Jahre alt, beziehe Arbeitslosengeld und habe eine Arbeit in Aussicht, die gegenüber meiner früheren Beschäftigung schlechter bezahlt wird. Gibt es in diesem Fall Zuschüsse von der Arbeitsagentur?

Mit der Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer werden Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten Arbeitnehmern, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, Anreize zur Arbeitsaufnahme geboten. Ist die Aufnahme einer neuen Beschäftigung mit finanziellen Einbußen im Vergleich zum Arbeitsentgelt aus der früheren Tätigkeit verbunden, wird die Nettoentgeltdifferenz durch die zeitlich befristete Aufstockung des Arbeitsentgelts teilweise ausgeglichen. Zudem wird die geringere Alterssicherung durch Aufstockung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgemildert. Der Anspruch auf Leistungen der Entgeltsicherung besteht nur ein Mal und bei Aufnahme der neuen Beschäftigung muss noch ein Restanspruch auf Arbeitslosengeld von mindesten 180 Tagen bestehen. Außerdem muss das neue Arbeitsentgelt den tariflichen oder – wenn eine tarifliche Regelung nicht besteht – den ortsüblichen Bedingungen entsprechen. Hinzu kommen noch weitere Bedingungen. Das pauschalierte Nettoentgelt der neuen Beschäftigung muss niedriger sein als dasjenige, das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegt.

Der Zuschuss zum Nettoentgelt errechnet sich aus der wöchentlichen Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt, das der Arbeitslosengeldberechnung zugrunde liegt und dem pauschalierten Nettoentgelt aus der neuen Beschäftigung. Mit der Formel „wöchentliche Differenz mal 13 durch drei“ wird die monatliche Differenz berechnet. Davon wird von der Agentur für Arbeit 50 Prozent als Zuschuss gezahlt. Die pauschalierten Nettoentgelte ergeben sich aufgrund einer Rechtsverordnung, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit erlassen hat. Als pauschalierte Rechengröße stellen sie auf den gewöhnlichen Arbeitnehmer ab; individuelle Abzüge gehen in die Berechnung des Leistungsentgeltes nicht ein.

Die Entgeltsicherung wird für die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld, der vor Aufnahme der Beschäftigung bestanden hat oder bestanden hätte, gewährt. Die Entgeltsicherung ist ausgeschlossen, wenn die Leistungen auf einer monatlichen Nettoentgeltdifferenz von weniger als 50 Euro beruhen würden. Es gibt weitere Ausschlussklauseln, die im Merkblatt „Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmer“ (abrufbar unter www.arbeitsagentur.de) nachzulesen sind. Der Antrag auf Entgeltsicherung ist vor der Aufnahme der neuen Beschäftigung bei der Arbeitsagentur zu stellen. Foto: pr

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