Zeitung Heute : An Klaus Pohl Bundesagentur für Arbeit

Wie hoch ist der Freibetrag?

An Klaus Pohl

Ich habe meinen Job verloren und beziehe jetzt Arbeitslosengeld II. Seit Jahren helfe ich nebenbei im Laden meiner Schwester aus, wo ich im Monat 250 Euro verdiene. Wird das auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Einkommen, das Sie zum Arbeitslosengeld dazuverdienen, wird nach den Vorschriften des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (SGB III) teilweise auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Der Anrechnungsbetrag wird vom Arbeitslosengeld abgezogen. Allerdings gibt es Freibeträge: Vom Netto-Nebeneinkommen wird zunächst ein Freibetrag von 165 Euro monatlich abgezogen.

Unter bestimmten Bedingungen kann sich der Freibetrag erhöhen. Das ist der Fall, wenn Sie, bevor Sie Arbeitslosengeld bezogen haben, neben einem Versicherungspflichtverhältnis bereits eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt haben, beziehungsweise als Selbstständiger oder als mithelfender Familienangehöriger gearbeitet haben. Sie müssen mindestens 12 Monate in dieser Beschäftigung tätig gewesen sein und das in den letzten 18 Monaten, bevor Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld hatten.

Wenn das Einkommen, das Sie in dieser Tätigkeit durchschnittlich verdient haben, höher ist als der der Freibetrag von 165 Euro, dann ist das Nebeneinkommen, das Sie neben dem Arbeitslosengeld verdienen, bis zu dieser Höhe anrechnungsfrei. Sie haben also einen höheren Freibetrag. Wie das Nebeneinkommen angerechnet wird, hängt davon ab, ob es sich um ein Nebeneinkommen in gleich bleibender oder wechselnder Höhe handelt. Bleibt die Summe konstant, zieht die Agentur für Arbeit den Anrechnungsbetrag (das ist das Nebeneinkommen minus Freibetrag), von Ihrem Arbeitslosengeld ab. Bei schwankendem Nebeneinkommen bekommen Sie Ihr Arbeitslosengeld zunächst in unverminderter Höhe. Das Nebeneinkommen wird jeweils nachträglich angerechnet. Hierfür müssen Sie der Agentur für Arbeit vierteljährlich im Nachhinein die Nebeneinkommensbescheinigung vorlegen. Ergänzend zum Bewilligungsbescheid erhalten Sie einen Bescheid über den jeweiligen monatlichen Anrechnungsbetrag. Ist der Anrechnungsbetrag höher als das Arbeitslosengeld, wird kein Arbeitslosengeld ausgezahlt. Foto: promo

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