Zeitung Heute : An Klaus Pohl Bundesagentur für Arbeit

Geld vom Staat für Bewerbungen?

An Klaus Pohl

Ich bin arbeitslos und gebe viel Geld für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen aus. Gibt es hierfür vom Staat eine finanzielle Unterstützung?

Ja. Sie können bei der für Sie zuständigen Arbeitsagentur die Erstattung von Bewerbungskosten beantragen. Voraussetzung ist, dass Sie dort arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet sind. Wenn das auf Sie zutrifft, können Sie für die Erstellung und Versendung von Bewerbungsunterlagen bis zu 260 Euro jährlich zurückerstattet bekommen. Denn die Arbeitsagenturen haben die Möglichkeit, Bewerbungskosten pauschaliert zu erbringen.

Darüber hinaus können auch Kosten für Fahrten zu Vorstellungsgesprächen in bestimmtem Umfang übernommen werden. Dafür mussten sie vorher von der Arbeitsagentur als zweckmäßig und wirtschaftlich erachtet worden sein. Allerdings besteht auf die Erstattung von Bewerbungs- und Reisekosten kein Rechtsanspruch. Der Antrag zu diesen Leistungen ist vor Entstehung der Kosten zu stellen und wird nach vorangegangener Beratung von den örtlich zuständigen Agenturen für Arbeit ausgegeben. Empfänger von Arbeitslosengeld II können bei ihren Job-Centern ebenfalls entsprechende finanzielle Hilfen beantragen.

Alle Kosten, die bei der Job-Suche anfallen, können Sie auch steuerlich absetzen. Unerheblich ist, ob die Bewerbung Erfolg hatte. Erstattungen von Firmen, der Arbeitsagentur, den Job-Centern oder von anderer Seite sind gegenzurechnen. Sofern sich die Aufwendungen bei Ihnen in diesem Jahr steuerlich nicht auswirken, weil Sie zum Beispiel ganzjährig arbeitslos waren, können Sie die Ausgaben gegebenenfalls im Vorjahr oder in den Folgejahren als Verlustrücktrag beziehungsweise -vortrag geltend machen. Das Finanzamt gibt dazu mehr Infos. Foto: promo

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