Zeitung Heute : an Klaus Pohl Bundesagentur für Arbeit

Wie wird ALG I berechnet?

an Klaus Pohl

Seit Januar beziehe ich Arbeitslosengeld I . Insgesamt vier Berechnungsbescheide habe ich bisher vom Arbeitsamt bekommen: Zum einen gab es unterschiedliche Berechnungszeiträume (ein und zwei Jahre) und dann wurde das Geld auf Basis des steuerpflichtigen Brutto-Arbeitsentgelts und daraufhin auf Basis des sozialversicherungspflichtigen Brutto-Arbeitsentgelts berechnet. In vier Schritten ist das Arbeitslosengeld so auf den geringsten Satz reduziert worden. Was ist denn die korrekte Grundlage zur Berechnung des ALG I?

Um Arbeitslosengeld I beziehen zu können, müssen Sie unter anderem arbeitslos sein und sich persönlich bei der Arbeitsagentur arbeitslos gemeldet haben. In den letzten zwei Jahren vor der Arbeitslosmeldung müssen Sie mindestens zwölf Monate einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sein.

Entscheidend für die Höhe des Arbeitslosengeldes ist die Höhe Ihres sozialversicherungspflichtigen Bruttogehaltes oder Bruttolohnes im Bemessungszeitraum, also das Bruttoarbeitsentgelt, für das Beiträge zur Bundesagentur für Arbeit abzuführen waren. Der Bemessungszeitraum umfasst die beim Ausscheiden des Arbeitslosen aus dem jeweiligen Beschäftigungsverhältnis abgerechneten Entgeltabrechnungszeiträume der versicherungspflichtigen Beschäftigungen im Bemessungsrahmen. Der Bemessungsrahmen umfasst ein Jahr; er endet mit dem letzten Tag des letzten Versicherungspflichtverhältnisses vor der Entstehung des Anspruchs.

Der Bemessungsrahmen wird auf zwei Jahre erweitert, wenn 1. der Bemessungszeitraum weniger als 150 Tage mit Anspruch auf Arbeitsentgelt enthält oder 2. es mit Rücksicht auf das Bemessungsentgelt im erweiterten Bemessungsrahmen unbillig hart wäre, von dem Bemessungsentgelt im Bemessungszeitraum auszugehen. Der zweite Punkt ist nur anzuwenden, wenn der Arbeitslose dies verlangt und die zur Bemessung erforderlichen Unterlagen vorlegt.

Aus diesem maßgebenden (Brutto-) Arbeitsentgelt wird ein tägliches Bemessungsentgelt errechnet. Von diesem täglichen Bemessungsentgelt werden pauschal 21 Prozent Sozialversicherungsbeiträge sowie Lohnsteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen. Die Lohnsteuer richtet sich dabei nach der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse und den entsprechenden Angaben der Steuertabelle. Bei der Berechnung der Abzüge sind Freibeträge und Pauschalen, die nicht jedem Arbeitnehmer zustehen, nicht zu berücksichtigen. Nach diesen Abzügen ergibt sich daraus das sogenannte tägliche Leistungsentgelt.

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