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Welche Kosten auf die Hinterbliebenen zukommen

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Die Kosten für Bestattungen sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Denn seit Anfang 2004 ist im Zuge der Gesundheitsreform das von den Krankenkassen gezahlte Sterbegeld weggefallen. Die finanzielle Mehrbelastung tragen die Hinterbliebenen. Diese Entwicklung machen sich nicht zuletzt BilligBestatter zunutze, die einen würdigen Abschied zu Schleuder-Preisen verheißen. Mit welchen Kosten muss man im Todesfall rechnen? Wo kann gespart werden? Und was steht im Kleingedruckten?

Unabhängig von der Wahl des Bestatters kommt man um zwei Kostenfaktoren nicht herum: Bei Feuerbestattungen sind das die Krematoriumsgebühren, die in Berlin bei rund 270 Euro liegen. Hinzu kommen die Friedhofsgebühren, die je nach Friedhof bei Feuerbestattungen zwischen 800 und 900 Euro betragen. Das gilt jedoch nur für städtische Friedhöfe. Kirchliche Urnengräber sind mit rund 500 Euro günstiger.

Wer glaubt, dass eine anonyme Urnenbestattung noch preiswerter ist, der irrt. Während dies früher mit rund 200 Euro tatsächlich der Fall war, sind die Kosten inzwischen sogar höher als die Gebühren für herkömmliche Urnenstellen. Das Argument: Um die Pflege anonymer Gräberfelder müssen sich nicht die Angehörigen, sondern die Friedhofsverwaltung kümmern.

Mehr Geld muss man in jedem Fall für Erdbestattungen einplanen. Die Friedhofsgebühren betragen auf städtischen Friedhöfen rund 1000 Euro für eine Doppelgrabstelle. Auf kirchlichen Friedhöfen sind Erdstellen sogar noch teurer, kosten je nach Friedhof im Durchschnitt zwischen 1800 Euro (Einzelgrab) und 4000 Euro (Doppelgrab).

Hinzu kommen die eigentlichen Bestattungskosten: für Sarg oder Urne, Überführung, Blumenschmuck, Trauerfeier, Todesanzeige und Trauerkarten. Diese und weitere Leistungen können individuell mit dem Bestatter vereinbart werden. Zwischen 2000 und 2500 Euro kostet eine durchschnittliche Feuerbestattung, bei Erdbestattungen sind es zwischen 3000 und 3500 Euro.

Und wo sparen bei alledem nun Billig-Bestatter? Ein großer Teil der Anbieter umgeht die in Deutschland hohen Krematoriums- und Friedhofsgebühren, indem der Leichnam im Ausland, etwa in Polen oder Tschechien, verbrannt und anonym bestattet wird. Viele Discount-Angebote erscheinen aber auch deshalb so günstig, weil sie lediglich die notwendigsten Bestattungskosten abdecken und öffentliche Gebühren oder etwaige Zusatzkosten für Beisetzung, Trauerfeier oder Blumenschmuck unberücksichtigt lassen. Deshalb gilt: Angebote vergleichen, sich gründlich beraten lassen – und aufmerksam das Kleingedruckte lesen. sizo

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