Zeitung Heute : Angst ums Image bei der Imbissbude von Konnopke

Der Tagesspiegel

Seit über einen Ehekrach in der Familie Konnopke berichtet wird, sorgen sich die Betreiber des Imbiss-Imperiums um ihr Image. Richtigen Currywurst-Essern ist das aber egal.

Oben über der Ladentheke, da steht schon „Ziervogel Imbiss“. Versteckt: Denn wenn die Jalousie nicht ganz bis zum Anschlag hochgerollt ist, verdeckt sie die Aufschrift gerade noch. Die Betreiberin von „Konnopkes Imbiss“ – so steht es groß am Dach der Imbissbude in der Schönhauser Allee – macht sich Sorgen um den guten Namen ihres Traditionsbetriebs unter dem U-Bahn-Viadukt in Prenzlauer Berg. Und hat wohl schon für eine Alternative gesorgt.

„Lassen Sie mich bloß in Ruhe, ich will dazu nichts erzählen“, sagt Waltraud Ziervogel, angesprochen auf den Ehestreit zwischen ihrem Bruder Günter Konnopke und seiner Frau Renate. Seit „Berliner Kurier“ und „Bild“ über Diebstahl und Ehebruch in der Familie der Currywurstmacher berichten, versucht sie nur noch, größeren Schaden vom Image der Konnopke-Familie abzuwenden.

Denn auch ihr Bruder hatte lange einen Konnopke-Imbiss, in der Weißenseer Mahlerstraße. Vor knapp zwei Jahren ging er pleite und übergab den Laden dem neuen Betreiber Klaus Rheinlander. Und weil der Imbiss immer noch „Konnopke“ heißt, hat auch er ein Problem. Und will Negativ-Schlagzeilen vermeiden. „Ich könnte Ihnen Auskunft geben, will es aber nicht“, lässt er über eine Angestellte verkünden.

Seine Frau habe ihn geschlagen, ließ Günter Konnopke über die „Bild“-Zeitung verlauten, es sei ein Fehler gewesen, dass er nicht zurückgeschlagen habe. Seine Frau habe ihn bestohlen und ruiniert. Sie behauptet, er habe sie betrogen. Und geschlagen habe er sie auch. Doch möglicherweise haben sich die Eheleute nun entschieden, ihren Streit nicht mehr offen auszutragen: An ihrem Telefonanschluss meldet sich den ganzen gestrigen Tag lang nur ein Anrufbeantworter.

Ziemlich egal sei das, sagen fast einhellig die Besucher des „Konnopke“ an der Schönhauser Allee: „Hauptsache, die Currywurst schmeckt gut und der Ketchup bleibt der alte“, sagt ein Imbiss-Gast, der in der Schlange wartet. Heute Morgen habe er im „Berliner Kurier“ über den Krach gelesen, das sei aber Privatsache, „so was passiert doch jedem mal“. Gabi Flegel, Lehrerin am nahen Käthe-Kollwitz-Gymnasium, hat noch nichts über den Krach gehört. Sie gehe seit dreißig Jahren zu „Konnopke“ und werde das auch weiter tun. cdz

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