Anhalter Bahnhof : Die Sache mit der Socke

Die Socke. Kommt gemeinhin paarweise vor, mitunter aber auch allein. Als rote wie als weiße Socke. Selbst gestrickt und kratzend oder hundertprozentig aus Kunststoff und schwitzend. Gestern war der Internationale Tag der verlorenen Socke, ganz ernsthaft. Weltweit gedachten Menschen aller „während des Waschvorgangs verloren gegangenen Socken und ihrer zurückgelassenen einsamen, nutzlos gewordenen Partner“. Aus diesem Anlass haben wir mit Johannes Ponader, dem Geschäftsführer der Piraten, per Twitter ein Interview geführt, das wegen der Ereignisse um den Flughafen erst heute gedruckt werden kann.

Herr Ponader, am Sonntag traten Sie bei Günter Jauch barfuß auf, mit Sandalen. Welche Socke ist Ihnen zuerst abhandengekommen, die linke oder die rechte?

Ich hab’s langsam satt, immer diese Schubladisiererei. Wir Piraten wollen Transparenz. Punkt.

Welche Farben hatten Ihre verlorenen Socken, mehr Rot, Schwarz, Grün, Gelb oder geringelt vielleicht?

Das mit den Farben steht, glaub ich, in unserem Wahl-, äh, Grundsatzdingensprogramm. 56 Seiten auf’m Smartphone, echt krass, sich das alles zu merken.

Stricken Sie Ihre Socken selbst?

Nee, das macht bei uns die Basis. Die Pullover übrigens auch. In Pullis sind die besser.

Würden Sie Ihre Sandalen als Jesuslatschen bezeichnen?

Wir sind definitiv gegen oligarchische Verhältnisse.

Sie kommen vom Theater. Interpretieren wir Ihre nackten Füße richtig, möchten Sie damit sagen, dass Sie nicht an Ihrer Karriere stricken?

2013 sitzen wir, die Piratenpartei Deutschlands, im Bundestag. Die Menschen wollen so ’ne Art von Politik, wie wir sie machen. Wobei es echt nicht um meine Person geht, also echt nicht. Mich als Person gibt’s gar nicht.

Könnten Sie sich von Ihrem ALG II überhaupt ganze Schuhe leisten?

Als bekennender Poly leb’ ich jetzt nicht so auf großem Fuß. Mir geht’s darum, dass viele viele lieben.

Wann werden Sie endgültig ins Lager der Barfußläufer wechseln? Die sollen sich ja auch wie die Karnickel vermehren.

Wenn Kristina Schröder die Konsequenzen aus unserem offenen Brief an sie gezogen hat (nichtmeineministerin.de) und es in Deutschland endlich das Einser-Abi für alle gibt.

Das Gespräch führte Christine Lemke- Matwey.

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