Zeitung Heute : ANIMATIONSFILM

Alois Nebel.

Michael Meyns

Im tschechischen Grenzgebiet zu Polen und Deutschland liegt ein kleiner Bahnhof, auf dem Alois Nebel Ende der achtziger Jahre Dienst tut. Die Einsamkeit seines Berufs hat längst von ihm Besitz ergriffen. Als sein Kollege Wachek ihn um seinen Job bringen will, landet Nebel in einem Sanatorium, wo er den Stummen kennenlernt, einen Flüchtling aus Polen. Nebel wird aus dem Sanatorium in eine Welt entlassen, die sich nach dem Fall der Mauer rapide ändert. Auf einmal sieht er sich ohne Arbeit und Wohnung vor dem Nichts und versucht, auf dem Prager Hauptbahnhof Rat zu finden. Doch stattdessen trifft er die Toilettenfrau Kveta, die zu seiner großen Liebe wird. Lunáks Film basiert auf dem gleichnamigen Comic, das in seiner Heimat Tschechien Kultstatus besitzt. „Alois Nebel“ ist bei allen historischen Subtexten in erster Linie ein Film, der von seiner Atmosphäre lebt. Eindringlich. Michael Meyns

CZ/D 2011, 84 Min., R: Tomás Lunák

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