Zeitung Heute : Anker im Berliner Terroir

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Die Profilierung des Berliner Weinhandels schreitet allmählich voran. Sieben Einzelhändler, die sich nicht in erster Linie als Kaufleute, sondern als Pflegekräfte der internationalen Weinkultur verstehen, gründeten 1999 den "Berliner Weinbund". Den Anstoß gab die Logenhaus-Weinmesse, die sie als zu überlaufen und qualitativ fragwürdig empfanden; inzwischen sind sie zu zehnt, haben das Logenhaus verlassen - und geben im Rahmen ihrer dritten Jahrespräsentation im Palais am Festungsgraben einen Überblick über ihr Programm.

Über 300 Weine und Schaumweine werden am kommenden Sonntag, dem 11. November, dort von 14 bis 20 Uhr zu verkosten sein. Die Mitgliedsbetriebe - Enoteca Blanck & Weber, Weinhandlung Bruhn, Feinkost-John, Maitre Philippe, Viniculture, Vinum, Paasburgs Wein aus Leidenschaft, Weinkeller Türk, Weinstein und Wein & Glas - verkaufen jetzt auch vorab die Eintrittskarten für 30 Mark pro Person, die zum Probieren aller Weine berechtigen.

Laut Presseerklärung ist den beteiligten Händlern daran gelegen, "dass die Weine nicht nur schmecken, sondern dass Sie die Weine auch verstehen." Es geht um das Zusammenspiel von Lage, Boden, Klima, Tradition und Innovation des Winzers, dem man auf der Präsentation mit einer geeigneten Auswahl der Weine gerecht werden will. Gerade jetzt, heißt es, habe die Uniformität der internationalen Weinindustrie ein Ausmaß erreicht, das die Herkunft und Typik vieler Weine gänzlich entstelle. In Anlehnung an den viel diskutierten Begriff des "Terroirs", den spezifischen Charakter eine Weinlage, will man "Anker werfen in das Terroir von Berlin".

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