Zeitung Heute : Anmutige Schönheit

Das Schaublatt hat prächtige Blüten. Doch auch die Blätter können sich sehen lassen

Tassilo Wengel
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Interessante Kombinationen. Die Rodgersia lässt sich sehr gut mit hohen Etagen-Primeln sowie gelben Glockenprimeln kombinieren....

Für viele Hobbygärtner sind farbenfrohe und attraktive Blüten bei der Pflanzenauswahl für den eigenen Garten ausschlaggebend. Blätter als Zierde spielen dabei oft keine Rolle. Dabei lohnt es sich, diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Denn viele Pflanzenarten schmücken sich neben interessanten Blüten zusätzlich mit attraktiven Blättern. Das Schaublatt (Rodgersia), auch Bronzeblatt genannt, vereint diese Vorzüge und kann sowohl mit schmückenden Blättern als auch mit schönen Blüten aufwarten.

Die Pflanze wurde nach einem amerikanischen Marineoffizier namens Rodgers benannt und gehört zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae). Die sechs Arten sind in den gemäßigten Zonen Ostasiens – China, Japan und Korea – zu Hause. Allen Arten gemeinsam ist ein Erdstamm, aus dem die großen, schön geformten Blätter entspringen. Sie können – je nach Art – handförmig geteilt oder gefiedert sein. Die Blüten sind weiß oder rosa und entfalten sich zwischen Juni und August in großen, weit verzweigten Rispen.

Ähnlichkeit mit dem Laub der Rosskastanien (Aesculus) haben die Blätter von Rodgersia aesculifolia. Sie sind allerdings wesentlich größer, bestehen aus sieben Teilen und sind grob gezähnt. Die Pflanzen wachsen in feuchten Wäldern und im Gebüsch in Westchina und erreichen Höhen bis zu etwa zwei Metern. Mit einem Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern sind die Blätter recht attraktiv. Der Blütenstand kann bis 180 Zentimeter hoch werden und besteht aus einer Fülle weißer Blüten.

Ebenfalls aus China stammt Rodgersia pinnata, die vor allem feuchte Stellen in lichten Wäldern, im Gebüsch und an Flussufern besiedelt. Die Pflanze wird nur etwa einen Meter hoch und hat teilweise gefiederte Blätter, die aus fünf bis neun runzeligen, bis 20 Zentimeter langen Blättchen bestehen. Von Juni bis Juli erscheint der 60 bis 120 Zentimeter hohe Blütenstand, der aus gelblichen oder rötlichen Blüten besteht. Leuchtend rosafarbene Blüten entfaltet die Sorte „Superba“, die im Austrieb mit purpurfarbenen Blättern eine besondere Zierde darstellt. Etwa gleich hoch wird Rodgersia podophylla, die in feuchten Bergwäldern von Japan und Korea wächst. Die Blätter bestehen aus drei bis fünf Teilen. Von Juni bis August entfalten sich die Blütenstände von etwa 130 Zentimeter Höhe mit zahlreichen weißen Blüten. Sehr schön ist bei dieser Art die leuchtend rote Färbung der Blätter im Herbst. Empfehlenswert sind auch einige Auslesen wie „Pagode“ mit dem Namen gebenden Blütenstand und „Rotlaub“ mit kupferroten Blättern. Westchina ist die Heimat von Rodgersia sambucifolia, wo sie an moosigen Felsen und in Kiefernwäldern gedeiht. Die Blätter ähneln denen von Holunder, sind meist paarig, gefiedert und bestehen aus acht bis elf Blättchen. Von Juni bis Juli erscheinen die einen Meter hohen Blütenstände mit weißen oder rosafarbenen Blüten. Eine sehr interessante Sorte ist „Rothaut“ mit roten Stängeln und Blattnerven.

Aus China stammt Rodgersia purdomii, die mit ihrem rotbraunen Austrieb schon im Frühling besonders attraktiv ist. Die Art hat sechs- bis siebenteilige Blätter mit schmaleren Teilen, die sie auf etwa 70 Zentimeter hohen Stängeln trägt. Von Juni bis Juli entfaltet sich der reinweiße rispige Blütenstand, der eine Höhe von etwa einem Meter erreicht. Hier gibt es zwei Auslesen, „Irish Bronce“ und „Kupferschein“ mit kupferfarbigen Blättern.

Schließlich soll noch auf Rodgersia henrici hingewiesen werden, die früher als Rodgersia pinnata „Superba“ bezeichnet wurde. Die Pflanze wird 80 bis 120 Zentimeter hoch, und die Form der Blätter ähnelt Rodgersia aesculifolia. Von Juni bis Juli erscheinen rosafarbene Blüten, die in aufrechten Rispen vereint sind.

Alle Rodgersien gedeihen am besten an einem halbschattigen bis schattigen Standort auf humosen, mäßig feuchten Böden. Auf mageren und trockenen Böden entwickeln sie sich nur spärlich und entfalten nicht ihre volle Schönheit. Besonders schöne Gartenbilder erzielt man mit ihnen an Teichen oder Bachufern.

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