Zeitung Heute : Anschläge in syrischer Hauptstadt Viele Tote

bei Selbstmordattentaten.

Beirut/Damaskus - Bei den ersten Selbstmordanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus seit Beginn der Massenproteste sind bis zu 50 Menschen getötet worden. Diese Zahl nannten Mitarbeiter von Krankenhäusern am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. In einer ersten Reaktion machte die Führung um Präsident Baschar al Assad die Terrororganisation Al Qaida für die Attacken auf Gebäude der Sicherheitskräfte und des Geheimdienstes verantwortlich. Zwei Attentäter hätten sich in ihren Fahrzeugen in die Luft gesprengt. Die syrischen Staatsmedien berichteten im Tagesverlauf offiziell von mindestens 40 Toten. Mehr als hundert Menschen seien verletzt worden, sagte Vize-Außenminister Mekdad.

Die Agentur Sana verbreitete Aufnahmen, die verstümmelte Leichen, ausgebrannte Fahrzeuge sowie beschädigte Gebäude zeigten. Die meisten Toten seien Zivilisten gewesen, hieß es bei den Behörden. Der Zustand vieler Verletzter wurde als kritisch bezeichnet. Das Fernsehen berichtete unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter, dass nach ersten Untersuchungen das Terrornetzwerk Al Qaida hinter den Anschlägen stecke. Für diese Behauptung wurden keine Beweise geliefert. Eine unabhängige Überprüfung der Vorgänge im autoritär regierten Syrien ist nicht möglich.

Die Anschläge erfolgten kurz vor geplanten Protesten nach dem Freitagsgebet, die sich diesmal gegen die Beobachtermission der Arabischen Liga richten sollten. Die Organisation schickte am Donnerstag ein erstes Team nach Damaskus, um eine größere Beobachtermission vorzubereiten. Die soll ab Ende Dezember den Abzug der Armee aus den Städten und die Freilassung von Regimegegnern überwachen. Oppositionelle halten die Initiative der Liga aber für sinnlos oder gar für schädlich. Die Einwilligung des Assad-Regimes, Beobachter der Liga ins Land zu lassen, sehen sie als Ablenkungsmanöver. Damit wolle die Regierung verhindern, dass sich der UN-Sicherheitsrat mit der Krise befasse, hieß es. dpa/AFP

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