Zeitung Heute : Anschlag auf Nato-Zentrale in Kabul

Kabul/Berlin - Fünf Tage vor der Präsidentenwahl in Afghanistan hat ein Selbstmordattentäter im massiv gesicherten Zentrum der Hauptstadt Kabul mindestens sieben afghanische Zivilisten mit in den Tod gerissen. Wie das afghanische Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte, sprengte sich der Attentäter in einem mit Sprengstoff beladenen Auto vor dem Hauptquartier der von der Nato geführten Internationalen Schutztruppe Isaf in die Luft. Mehr als 91 Menschen seien verletzt worden, darunter auch eine Abgeordnete des Parlaments.

Unter den Verletzten sind nach Angaben der Isaf auch „einige“ ausländische Soldaten. Deutsche seien nicht betroffen, sagte ein Isaf-Sprecher. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu der Tat. Vor der zweiten Präsidentschaftswahl seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 hatten die Extremisten zum Boykott der Abstimmung am kommenden Donnerstag aufgerufen.

Die Bundeswehr beteiligt sich mit derzeit knapp 4200 Soldaten am Isaf-Einsatz, die meisten davon sind im Norden des Landes in der Provinz Kundus stationiert. Dort lieferten sich Bundeswehrsoldaten am Samstag in der Nähe des deutschen Feldlagers ein Feuergefecht mit Taliban-Kämpfern. Dabei wurde ein Soldat leicht verletzt. Es blieb zunächst unklar, ob bei dem Gefecht im Distrikt Char Darah auf gegnerischer Seite Kämpfer verletzt oder getötet worden seien.dpa/Tsp

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